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Alte Fotos erzählen 100: Alte Fotos erzählen: Erinnerungen an das Celler Bieneninstitut
Thema Alte Fotos erzählen 100: Alte Fotos erzählen: Erinnerungen an das Celler Bieneninstitut
11:23 19.03.2015
Von Christopher Menge
Undatiertes Bild aus dem CZ-Archiv, abgelegt unter "Bieneninstitut Celle" Quelle: Cz-Archiv
Celle Stadt

Wer ist der ältere Herr im Nadelstreifenanzug, der neben durchnummerierten Behältnissen, die etwas mit dem Celler Bieneninstitut zu tun haben, posiert? Diese Frage wurde in der CZ vom vergangenen Samstag gestellt. „Ich habe auch mit meinem Vorgänger gesprochen. Leider wissen wir nicht, wer der Mann ist“, sagt der Leiter des Celler Bieneninstituts Werner von der Ohe (Jahrgang 1955), „fest steht aber, dass das Bild aus dem CZ-Archiv nicht im Bieneninstitut entstanden ist – die Bauweise passt nicht.“ Möglicherweise sei die Aufnahme auf einem Ausflug in den 1930er Jahren entstanden. „Das Institut hat immer solche Ausflüge gemacht, vielleicht wurde ein Imker oder Bienenwissenschaftler fotografiert“, vermutet von der Ohe, der das Institut seit 2000 leitet.

Auf dem Bild seien außerdem historische Bienenbeuten zu sehen, die von dem Engländer „WB“ Carr entwickelt worden sind. „Eine solche Beute haben wir auch im Institut stehen“, erzählt von der Ohe, „heute werden aber moderne Magazinbeuten benutzt.“

Auch Horst Schultze (1929) ist sich sicher, dass das Bild nicht im Institut entstanden ist. „So etwas habe ich dort nie gesehen“, sagt der heute 85-Jährige, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg nach Celle kam. „Ich hatte in Ostpreußen begonnen, Imker zu lernen. Nach einer kurzen Zeit als Soldat bin ich meinem Meister Emil Kirchstein dann ans Celler Bieneninstitut gefolgt, um meine Prüfung abzulegen.

Es sei eine „wilde Zeit im Institut“ gewesen. „Diebe hatten es auf unsere Kleintierzucht abgesehen, sodass wir Nachtwache schieben mussten. Wir hatten einen Draht gezogen. Wenn dieser zerstört wurde, klingelte es und wir sind mit Schaufel und Forke bewaffnet rausgejagt“, erzählt Horst Schultze.

Außerdem erinnert er sich an einen Streich einiger Mädchen, die auch im Institut lernten. „Sie haben in der Straßenbahn einige Drohnen (männliche Bienen) rausgelassen – da gab es große Aufruhr“, erzählt Horst Schultze. „Sie haben die Bienen, die ja keinen Stachel haben, dann wieder eingesammelt und sich als Heldinnen feiern lassen.“

Nach Abschluss seiner Ausbildung betreute Horst Schultze 100 Bienenvölker in Bremervörde und hatte auch noch in Westercelle einige Bienen. „Doch man konnte nicht mehr davon leben und ich habe zum Zimmermann umgeschult“, erzählt der Zeitzeuge.