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Alte Fotos erzählen 19: Celler Denkmale auf Wanderschaft
Thema Alte Fotos erzählen 19: Celler Denkmale auf Wanderschaft
01:59 08.08.2018
Von Andreas Babel
Das Albrecht-Thaer-Denkmal, das einst (Foto rechts) in den Triftanlagen stand, hat heute dem Platz, auf dem es inmitten der Verkehrswege steht, seinen Namen gegeben. Quelle: Andreas Babel / Sammlung Justus Steinbömer
Celle Stadt

An zwei Denkmälern, die heute noch in Celle zu bestaunen sind, kann man exemplarisch zeigen, wie in der Residenzstadt mit Kulturgut umgegangen wurde. Das ThaerDenkmal steht heute inmitten des rauschenden Autoverkehrs auf dem nach dem Begründer der modernen Landwirtschaft benannten Platz vor der Congress Union. „Hier muss er die Abgase einatmen“, bedauert Bärbel Hahn (Jahrgang 1934). Sie erinnert sich noch gut, dass das Denkmal in den Triftanlagen stand. „In der Nähe der ,Reichsbank‘-Nebenstelle, Bahnhofstraße 5“, weiß Arnold Linke (Jahrgang 1930).

Das Langensalza-Denkmal, das heute im Französischen Garten zwischen Teich und dem überdimensionalen Blumenkübel steht, hatte zunächst „Im Kreise“ seinen Platz. Hier war es 1869 errichtet worden. Es erinnert an die Gefallenen des Krieges Hannover gegen Preußen (1866). Kurz nach der Einweihung ist es auf Einspruch der preußischen Militärverwaltung abgebaut worden. Erst ab 1920 war es wieder „Im Kreise“ zu sehen. Als der Platz umgestaltet worden ist, zog das Denkmal 1982 an den heutigen Standort.

Das Denkmal von Friedrich dem Großen stand zunächst im Garten des Hauses Magnusstraße 2, dann vor dem ehemaligen Offiziers-Kasino der 77er-Kaserne, dem heutigen „Stadtpalais“. Hier soll es ein freigelassener polnischer Kriegsgefangener nach dem Ersten Weltkrieg aus Hass auf alles Militärische zerschlagen haben. „Reste des Denkmals, wie auch des Sockels und des demolierten Kopfes, fand man später im Kellergewölbe des nahen Kasernengebäudes“, sagt Arnold Linke.

Jutta Teubert (Jahrgang 1926) lebt heute in Adelheidsdorf. Sie meint sich daran zu erinnern, eine sitzende Skulptur von Friedrich dem Großen gesehen zu haben. „Ich kam da in den Jahren 1940/1941 jeden Tag zweimal vorbei, weil ich mein Pflichtjahr am Hugoweg abzuleisten hatte“, sagt die einstige Cellerin. Nach dem Kriege, meint sie, habe sie eine „Friedrich der Große“-Skulptur auf dem Dach eines Hauses sitzen sehen, das an einem Bahnhof zwischen Lehrte und Celle stand. Jutta Teubert meint, dass es sich dabei um den Bahnhof in Aligse gehandelt haben könnte.

Arnold Linke weist auf weitere Denkmal-Wanderungen hin: Das Ehrenmal der „77er“ ist vom Schloss in den neuen Rathauspark umgesetzt worden. Der Schäferbrunnen, der einst vor dem damaligen Zigarren-Geschäft Niemeyer Bremen, Am Markt 1, stand, befindet sich heute mit moderner Skulptur am westlichen Ende der Triftanlagen. Das Kriegerdenkmal zu Ehren der „um Deutschlands Einigung 1866 und 1870-71 gefallenen Brüder“ wurde aus den Schlossanlagen an die 77er-Straße (gegenüber Autohaus Dürkop) versetzt.