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Alte Fotos erzählen Postkarte auch im digitalen Zeitalter noch gefragt
Thema Alte Fotos erzählen Postkarte auch im digitalen Zeitalter noch gefragt
00:14 08.08.2018
Historische Bedeutung: 130 Jahre alt ist diese Postkarte von Justus Steinbömer, die die frühere Seifenfabrik von Georg H. A. Lauenstein zeigt. Quelle: Levent Tüzün
Celle Stadt

Steinbömers älteste Postkarte ist 130 Jahren alt. Sie zeigt die frühere Seifenfabrik von Georg H. A. Lauenstein. „Postkarten werden zwar noch verschickt, doch die Anzahl der SMS und der E-Mails übertreffen sie", sagt der Sammler. "Es gibt immer weniger Karten von bestimmten Orten oder Ereignissen.“

Aus diesem Grund stellt Steinbömer manche Postkarten selber her, damit diese ebenfalls später Geschichte erzählen können. Ab 30 Cent verkauft er seine Anichtskarten. Einige Leute sind bereit, für eine seltene Karte 20 bis 30 Euro auszugeben. Er selber würde für eine Karte aus einem bestimmtem Jahr bis zu 500 Euro zahlen.

Hoch angesehen sind bei Sammlern hochwertige „lithographische“ Karten um 1900. In der Beschreibung zu seinem Ratgeber für Ansichtskartensammler schreibt Arnold Linke, dass die älteste bekannte deutsche Ansichtskarte aus dem Jahr 1866 von Worms postalisch versandt wurde.

Auch das Internet hat dank PokaMax zu zeitgemäßen Veränderungen geführt. Alle gängigen Smartphones und Tablet-Computer können als virtuelles Postzentrum für den Druck und Versand echter Postkarten genutzt werden. So konnte ein traditionsreiches Kommunikationsmittel aus Papier in das neue digitale Kommunikationszeitalter eingebunden werden.

Am 30. Mai 1865 wurde die Versendung gedruckter Anzeigen von dem Königlichen Post-Departement in Preußen genehmigt. Zunächst wurde die Postkarte zu geschäftlichen Zwecken genutzt. Wenig später diente sie als Werbemittel. 1870 wurde der Begriff „Correspondenzkarte“ eingeführt. Erst ab dem 1. Mai 1872 benannte die deutsche Reichsverwaltung die Karte in Postkarte um.

Von Lara Kaempf