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Celle blüht auf Mehr als Imkerei und Bienenstich
Thema Celle blüht auf Mehr als Imkerei und Bienenstich
Celle blüht auf
18:05 29.08.2018
Werner von der Ohe und sein Team geben faszinierende Einblicke in die Welt der Bienen. Quelle: Alex Sorokin
Celle

„Fragt man den Laien nach seinem Kenntnisstand über die Biologie und das Verhalten der Bienen sowie die Arbeiten des Imkers, reduziert sich das Wissen häufig auf die Punkte: Die Bienen produzieren Honig und stechen, und der Imker schleudert den Honig“, sagt Institutsleiter Werner von der Ohe. „Wir wollen mit dem Sommerfest mehr Licht in das Zusammenleben von Bienen und Imker bringen.“

Ziel des Tages der offenen Tür sei es, über die enorme ökologische und ökonomische Bedeutung der Bienenhaltung zu informieren, so von der Ohe: „Die ökonomische Wertigkeit bezieht sich nicht nur auf den Verkaufserlös der Produkte aus dem Bienenvolk, sondern auch auf die Bestäubungsleistung der Bienen.“

Die Besucher können sich die verschiedenen Arbeitsbereiche des Instituts erklären lassen. Gezeigt und erläutert werden etwa moderne Methoden der Führung von Bienenvölkern, der Honig- und Wachsgewinnung, der Königinnenzucht, der Vorbeuge und Behandlung von Bienenkrankheiten sowie die Qualitätskontrolle von Honig und Krankheitsdiagnose. „Anhand von Pollenanalysen können wir zum Beispiel genau sehen, was die Bienen tatsächlich beflogen haben, und so Unterschiede zwischen Stadt- und Landbienen erkennen“, so von der Ohe.

Die Gäste können verschiedene Honigsorten probieren und werden staunen, wenn sie einen Tropfen Honig unter dem Mikroskop sehen. „Sie werden erfahren, wie die Bienen Nektar und Pollen nach Hause transportieren, und können sich Bienen von außen und innen unter dem Mikroskop ansehen“, sagt der Instituts-Chef. Bienen-Beobachtungsstöcke sowie ein Heidebienenmuseum sind weitere Stationen des Rundganges durch die Institutsanlagen: „Bienenhaltung in Strohkörben, die berühmte, einst weit verbreitete Betriebsweise der Lüneburger Heideimkerei, wird als wichtiges niedersächsisches Kulturgut gesondert vorgestellt."

Außerdem gibt es Tipps für die Anlage insektenfreundlicher Gärten und ein Kinderprogramm mit Bienenwettfliegen, Kerzendrehen und mehr. Auch Verwandte der Bienen sind – wie derzeit überall – mit von der Partie. „Bei uns geht es auch um Wespen und Hornissen, deren positive Seiten wir vorstellen“, so von der Ohe. Er lacht, als er auf die Frage antwortet, die nun zwangsläufig kommt: „Na klar: Bienenstich und Kaffee gibt es auch.“

Von Michael Ende