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Boulevard Warum immer mehr Stars zu Hoteliers werden
Weltgeschehen Boulevard Warum immer mehr Stars zu Hoteliers werden
08:45 16.08.2018
DEr US-Schauspieler Robert Redford ist schon 1969 nebenbei unter die Hoteliers gegangen. Foto: Joel Ryan Quelle: Joel Ryan
Funchal/Michelstadt

Seine Sonnenbrillengläser sind Spiegel. So wie der Juventus-Turin-Spieler vermieten etliche andere Stars Hotelzimmer oder ihre Ferienvillen. Dabei geben sie den Gästen das Gefühl, ihnen irgendwie näher zu sein.Diese Woche zum Beispiel hat Schauspielerin Jessica Schwarz («Romy») mit ihrer Schwester Sandra in ihrem hessischen Heimatort Michelstadt das zweite Haus ihres Boutique-Hotels eröffnet. Vor den Türen der von ihnen persönlich gestalteten Zimmer zum Thema «Weltreise» hängen kleine Urlaubsfotos von ihr mit Familie. Die Schwestern sind von Kindesbeinen an mit ihren Eltern viel und weit gereist. «Ich bin früh von zu Hause raus und war immer in Hotels», sagt Jessica Schwarz.Familienfotos an der Wand kann man auch in einem Hotel bewundern, das Schauspieler Til Schweiger in Timmendorfer Strand eingerichtet hat. Inspiriert ist das Haus vom Stil der Räume in seinen Filmen. Fans können aus Tellern essen, die er selbst designt hat. Und Fans von Bayern-München-Verteidiger Mats Hummels und Frau Cathy können gar in deren Bett schlafen - sie vermieten ihre Ferienvilla in Kroatien.Dass Stars Urlaubern solche Angebote machen, komme seit Aufkommen von Facebook und Co häufiger vor, sagt Medienmanagement-Experte Hansjörg Zimmermann von der Macromedia Hochschule. «Vielen Prominenten geht es auch bei ihren Hotels und Ferienvillen hauptsächlich um die Vermarktung ihres Namens, um Selbstdarstellung», sagt Zimmermann. «Egal ob finanziell erfolgreich, es bringt Aufmerksamkeit und die ist heute wichtig.» So postet etwa Ronaldo ab und zu Fotos von ihm in seinen Hotels in Portugal auf Instagram - und erhält Millionen Likes.Sehen Fans solche Fotos, haben einige Lust, selbst mal so Urlaub zu machen wie ihr Idol. Bieten Stars dann ihre Ferienhäuser oder Hotels an, wirken sie authentischer, wie Medienwissenschaftler Jan-Oliver Decker von der Universität Passau sagt. «Und Fans erliegen weitgehend der Illusion, so am Leben der Prominenten teilnehmen zu können.»Einige Stars locken mit exklusiven Einblicken. Im Hotel von Schlagersängerin Andrea Berg im baden-württembergischen Aspach können Gäste Konzerte mit Autogrammstunde und After-Show-Party buchen. Der spanische Fußballer Andrés Iniesta vermietet sein Landhaus mit Weingut. Beworben wird die Unterkunft für 120 Euro die Nacht so: «Während ich für meine Leidenschaft für Fußball bekannt bin, freuen wir uns, mit Ihnen unsere anderen Leidenschaften zu teilen - wie die für die Natur und die exquisiten Tropfen aus unserem Weingut.»Stars vermieteten schon in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts ihre Ferienhäuser - aber damals nur untereinander und unter der Hand, wie Decker sagt. Und die österreichische Schauspielerin Tilla Durieux etwa führte mit ihrem Mann in den späten 30er Jahren ein Hotel für die reiche Wiener Gesellschaft.Luxuriös sind auch die meisten Star-Unterkünfte heute. Tennisstar Andy Murray verspricht den Hotelgästen in seinem Herrenhaus in Schottland den «dekadenten Lebensstil» der ehemaligen Gutsherren zu genießen. Magier David Copperfield vermietet seine eigene Bahamasinsel - für knapp 34 000 Euro die Nacht. So könnten die Gastgeber zumindest ein Teil der Betriebskosten decken, sagt Decker. Auch Moderator Jörg Pilawa vermietet eine Privatinsel bei Kanada.Einige unterstreichen mit ihren Hotels ihre Werte. Hollywood-Star Leonardo DiCaprio, der sich oft als Umweltaktivist gibt, baut ein Luxushotel auf einer Insel an der amerikanischen Ostküste, das nach eigenen Angaben nur mit erneuerbarer Energie betrieben werden soll. Eröffnungstermin unklar.Andere Stars sind besonders selbst gerne in ihrem Hotel und wollen dabei keine Fantreffen. So sieht es etwa Hollywood-Star Robert Redford, der 1969 Land in den Bergen des US-Bundesstaates Utah kaufte, um ein Hotel zu eröffnen. Er und seine Gäste sollten sich dort einfach in der Natur erholen können.

Von Anne-Sophie Galli, dpa

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