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Kultur „Acts of Goodness“ als theatrale Collage mit etwas zuviel Ironie
Weltgeschehen Kultur „Acts of Goodness“ als theatrale Collage mit etwas zuviel Ironie
12:17 15.05.2018
Das Stück „Acts of Goodness“, hier (von links) Eleonore Hölzel und Susana Fernandes Genebra, bedient viele Stilformen. Quelle: Katrin Ribbe
Hannover

Der schwedische Autor Mattias An-dersson hat junge Europäer zum Thema befragt und einige Spielszenen entwickelt. Es ist durchaus in seinem Sinne, dass man in Hannover Selbstgestricktes dazustellt: Das Team um Regisseurin Brit Bartkowiak hat in hiesigen Schulen recherchiert und ehrenamtliche Helfer bei verschiedenen Institutionen befragt.

Der Abend bedient viele Stilformen vom Märchen über den wissenschaftlichen Monolog bis zur Modenschau, und eines wird dabei sehr klar: Helfen ist nicht so einfach. Mehrere in Szenen aufgesplitterte Handlungsstränge halten die theatrale Collage zusammen, und immer geht irgendetwas schief.

Zu Beginn findet ein Passant einen Verletzten auf der Straße, und seine Hilfe wird ihm übel gedankt: Das Opfer mutiert zum Täter, raubt den guten Samariter aus – um am Schluss reumütig zurückzukehren. An anderer Stelle lässt sich die Geschichte eigentlich schön an: Eine Frau ist freundlich zu einer Bettlerin, die zuvor von Vorübergehenden massiv mit Selfies und anderen Gemeinheiten gedemütigt worden ist. Doch die Sache wird zum Musterbeispiel für das Helfersyndrom – irgendwann ist die groteske Häufung vermeintlicher Wohltaten nichts anderes mehr als eine Belästigung.

Spracheinspielungen schildern persönliche Erfahrungen mit dem Helfen: Ein junger Mann berichtet etwa, wie es sich anfühlt, das Geburtstagsgeld für Afrika gespendet zu haben, und am anrührendsten ist wohl die Geschichte vom Teenager-Mädchen, das sich aus Solidarität mit der an Leukämie erkrankten und mit Chemotherapie behandelten Schwester die Haare abschneiden ließ.

Solche Momente sind allerdings eher rar gesät. Manche Typen, die da auf die Bühne gestellt werden, wirken wie Karikaturen, vor allem der eifrige Anhänger des „Containerns“, der sich auf der Suche nach weggeworfenen, aber noch verwertbaren Lebensmitteln kopfüber in den Müll stürzt. Nun können zwar die so genannten Gutmenschen zweifellos tatsächlich einige Penetranz entwickeln, deswegen müssen ihre Ansätze aber noch nicht immer grundfalsch sein.

Ein bisschen zu viel Ironie also im Spiel, das von einem weitgehend überzeugenden und manchmal brillanten Darstellerquintett getragen wird: Philippe Goos, Antonia Eleonore Hölzel, Susana Fernandes Genebra, Arash Nayebbandi und Christoph Müller. Doch vielleicht regt der Abend gleichwohl den einen oder anderen Besucher an, über Grundsätzliches nachzudenken.

Von Jörg Worat

Streifzüge durch die Geschichte der Karikatur sind eine Spezialität des Wilhelm-Busch-Museums. Üblicherweise sind die nur bei themenbezogenen Ausstellungen möglich – insofern ist es ein Sonder- und Glücksfall, dass dieser Ansatz sich bei einer neuen Schau in ein und derselben Person manifestiert. Denn Harald Kretzschmar hat als Zeichner wie als Sammler gleichermaßen viel zu bieten.

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