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Kultur „Aida“ – ein Abend der Kontraste an der Staatsoper Hannover
Weltgeschehen Kultur „Aida“ – ein Abend der Kontraste an der Staatsoper Hannover
08:48 18.04.2018
Auch wenn die vielen Videoeinspielungen das Publikum nicht so recht überzeugen konnten,wurde die Aufführung sängerisch wie orchestral auf fast schon spektakulär hohem Niveau dargeboten. Quelle: Thomas M. Jauk
Hannover

Hannover. Hier kriecht mal ein Krokodil über die Bühne, dort darf mal ein Plüschtier auftreten oder ein Astronaut über die Bühne schweben: Keine Reaktion des Publikums. Was immer sonst noch so Seltsames passierte auf der Bühne: Das Publikum schien sich geschworen zu haben, sich durch nichts aus der Ruhe bringen zu lassen. Also fast keine Reaktion, höchstens mal ein Schmunzeln, wenn dann mal versehentlich oder absichtlich etwas witzig wirkte. Und das Publikum hatte recht. Jedes Mehr an Reaktion wäre zu viel der Ehre für diesen szenischen Schmarren gewesen. Einzig eine Textprojektion erwies sich als sinnreiches Hilfsmittel für diese Inszenierung: Diese schlug nämlich zum bekannten Triumphmarsch verschiedene Bilderwelten für die Vorstellungskraft des Zuschauers vor. Oder man könnte ja einfach auch nur die Musik auf sich wirken lassen. Da wäre niemand drauf gekommen.

Da in dieser Inszenierung nichts mit nichts in einem inhaltlich sinnstiftenden Zusammenhang gebracht wurde, bleibt als Positivum des Abends aber ja noch die vom italienischen Großmeister Verdi so genial ersonnene Musik, die in Hannover sängerisch wie orchestral auf fast schon spektakulär hohem Niveau dargeboten wurde.

Ivan Repusic dirigierte einen äußerst kraftvollen Verdi, dem vielleicht die Ruhe in den lyrischen Passagen fehlte, der aber dafür von ungemein dramatischer Schlagkraft war. Und vor allem: Er hatte sein auffallend konzentriert und aufmerksam agierendes Orchester hervorragend vorbereitet. Selten, dass man in Hannover so gute, klangschöne und sichere Bläser hören kann. Und auch die Streicher phrasierten noch in den leisesten Passagen mit genauem Gespür für den Atem der Musik und behielten dabei tragfähige Klangsubstanz. Dass es in den großen musikalischen Zuspitzungen gelegentlich zu laut wurde für die Balance zwischen Orchestergraben und Bühne, das war zwar schade, war aber zu verkraften, denn die Sänger ließen kaum Wünsche offen und konnten fast immer doch noch durchdringen. Phänomenal Khatuna Mikaberidze als Amneris, aber auch Brian Davis als Amonasro. Diese beiden übertrafen sogar die sehr gute, lediglich in den Höhen manchmal etwas unbeherrschte Karine Babajanyan als Aida. Und sogar der eingesprungene Tenor George Oniani konnte trotz einer gewissen stimmlichen Steifheit sehr gefallen, denn er zeigte eine wahrhaft beeindruckende Stimmkraft, die ihn immer über alles hinaus strahlen ließ. Wer Verdi liebt, der muss diese Aufführung hören, aber bestimmt nicht sehen.

Von Reinald Hanke

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