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Kultur Alexander Lieck irritiert auf eigenwillige Art
Weltgeschehen Kultur Alexander Lieck irritiert auf eigenwillige Art
10:28 08.03.2018
Alexander Liecks „Papagei“ ist aus dem Jahr 2011. Quelle: Galerie Joseph Tang
Hannover

„Mein Europa“ heißt die Schau, und das passt auf den ersten Blick zu Lieck, der in Berlin geboren ist und aktuell dort wohnt, doch auch viele Jahre in Belgien und den Niederlanden gelebt hat. Wer indes den Titel gar zu wörtlich nimmt, ist auf dem falschen Dampfer: Hier wird keine pittoreske Reise durch die diversen Länder geboten, sondern das Motto ist, wie so vieles hier, eher assoziativ zu verstehen.

Tatsächlich fällt die Ausstellung in die Rubrik „gewöhnungsbedürftig“. Es kann durchaus ein knackiges Motiv auftauchen wie ein bunter Papagei oder ein putziger Elefant, was aber die Ausnahme bildet. „Hellgelber Hammer“ heißt etwa ein Bild, das unlängst in Hannover entstanden ist (der Titel bezieht sich auf ein Werk von KurtSchwitters) und genaue Betrachtung erfordert – erst dann wird deutlich, mit welchen Verläufen Lieck Kunstharzlack flächig auf Wellpappe gesetzt hat. Gegenständlich oder figürlich ist hier nichts mehr und eigentlich auch nichts abstrakt; somit wären wir eben genau bei der „reinen“ Malerei, die Kathleen Rahn vorgeschwebt hat. Näher hinschauen muss man hier sowieso ständig, beispielsweise um zu erkennen, dass die Malerei zuweilen mit Bleistiftstrichen unterfüttert ist, jedoch keineswegs im Sinne einer Vorzeichnung – die jeweiligen Darstellungen scheinen vielmehr nichts miteinander zu tun zu haben.

Es gibt Bilder mit farbigen Winkeln und Augenpaaren, es gibt ein „Objet trouvé“ in Gestalt eines Tisches, dessen Unterseite bekritzelt ist. Es gibt auch eine Reihe, die in Kooperation mit dem Künstlerkollegen Olivier Foulon entstanden ist: Auf eigentlich schon ausgemusterte Bilder sind Blätter mit Zitaten aus einem Vortrag geklebt, den Lieck 2013 in Antwerpen gehalten hat. Und der schöne, auch kluge Sätze enthält: „Kreativ wird man ohnehin erst, wenn etwas schief geht“, steht da etwa, oder „Der Maler oszilliert heute zwischen Scharlatan und Don Quichotte“.

Fazit: Leicht machte es diese Ausstellung dem Besucher kaum. Wer Lust hat, sich auf eine fraglos eigenwillige Art irritieren zu lassen, und imstande ist, die gängigen Vorstellungen von Ästhetik eine Zeit lang zu vergessen, kann hier allerdings eine ganz Menge entdecken.

Von Jörg Worat

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