Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Kultur Als die Royals aus Hannover kamen bestimmt Museumsjahr
Weltgeschehen Kultur Als die Royals aus Hannover kamen bestimmt Museumsjahr
13:29 30.01.2014
Hannover

Bei Ausstellungen muss es nicht immer ausschließlich um Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen gehen. Hannovers Museen machen das vor. Sie haben im Jahr 2014 jedenfalls eine besonders große Bandbreite zu bieten.

Einen speziellen Stellenwert hat dabei das Superprojekt „Als die Royals aus Hannover kamen“ vom 17. Mai bis zum 5. Oktober. Daran beteiligt sich auch das Residenzmuseum im Celler Schloss mit der Schau „Reif für die Insel. Das Haus Braunschweig-Lüneburg auf dem Weg nach London“.

Das Niedersächsische Landesmuseum Hannover zeigt zum 300. Jubiläum der Personalunion die Ausstellung „Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714-1837“. Sie geht zwar von den Biografien der fünf Könige Georg I. bis IV. und Wilhelm IV. aus, peilt aber insgesamt ein sehr facettenreiches Themenspektrum an. Angefangen von Kunst und Wissenschaft über Reisen bis hin zur Mode wird die Zeit und ihre Herrscher ausführlich dargestellt. Hochkarätige nationale und internationale Leihgaben sind angekündigt.

Darüber hinaus fährt das Haus mit der Umstrukturierung seiner Abteilungen fort – am 30. März gibt es das Eröffnungsfest der „NaturWelten“ –, bevor dann am 24. Oktober die „Hightech-Römer“ Einzug halten: Wie haben sie es in der Antike eigentlich geschafft, ohne elektrischen Strom, geschweige denn Computer ihre beeindruckenden Straßen und Bauwerke zu schaffen, soll nicht nur theoretisch aufgezeigt, sondern auch praktisch erfahrbar gemacht werden.

Auch am Historischen Museum geht die Personalunion nicht spurlos vorüber. Die dortige Ausstellung heißt nicht ohne Grund „Eine Kutsche und zwei Königreiche. Hannover und Großbritannien 1814-1837“. Ist doch besagtes Gefährt, nämlich der Staatswagen des Prince of Wales Georg IV., sicherlich ein ganz besonderer Hingucker. Wer übrigens die zur Zeit im Historischen Museum laufende Schau „Stadtbilder. Aufbau und Zerstörung“ mit Fotos, Dokumenten und Gemälden zu Hannover in den Jahren 1939 bis 1960 noch nicht gesehen hat: Bis zum 18. Mai besteht noch Gelegenheit dazu. Der Weg dorthin lohnt sich unbedingt.

Das Museum August Kestner hingegen lässt die Könige Könige sein. Es widmet sich lieber einem angestammten Spezialgebiet. Unter dem schönen Titel „Aufbruch. Umbruch. Stilbruch?“ wird es hier vom 9. April bis zum 3. August um Design der 1950er und 1960er Jahre gehen. Anhand von Leuchten, Stühlen, Telefonen, Rasierapparaten und noch viel mehr Dingen des täglichen Lebens sollen typische Merkmale des damaligen Zeitgeistes sichtbar werden. Und mit Namen wie Joe Colombo, Dieter Rams oder Alvar Aalto machen die Ankündigungen deutlich, dass alles andere als die 2. Liga des Designs am Start sein wird.

Von Jörg Worat