Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Kultur Ausblick auf 2017: Landesmuseum Hannover greift Rückkehr des Wolfes auf
Weltgeschehen Kultur Ausblick auf 2017: Landesmuseum Hannover greift Rückkehr des Wolfes auf
15:18 16.01.2017
Hannover

Besonders gut werden die Kunstfreunde bedient. Am 26. Februar startet die Schau „Nackt und bloß. Lovis Corinth und der Akt um 1900“, für Landesmuseumsdirektorin Katja Lembke eine hochinteressante Epoche „zwischen ausgeprägter Prüderie und den Anfängen einer neuen Freikörperkultur“. Neben Aktdarstellungen von Corinth, diesem oft unterschätzten Meister der frühen Moderne, sollen auch Arbeiten von Größen wie Degas, Renoir, Rodin oder Maillol zu sehen sein.

Passenderweise im Herbst, genauer gesagt am 29. September, wird mit „Silberglanz“ eine Ausstellung zum ewig aktuellen Thema des Alterns eröffnet. Die Exponate umfassen eine große Bandbreite vom Alten Ägypten bis zur zeitgenössischen Kunst, wobei für den letztgenannten Sektor die Kooperation mit dem Sprengel Museum in Hannover sicher reiche Früchte tragen wird. Lembke stellt auch Leihgaben aus Rom zur Aussicht, und parallel soll im hannoverschen Wilhelm-Busch-Museum eine Karikaturenausstellung laufen, die sich ebenfalls dem Altern widmet.

Kaum ein Thema ist derzeit so angesagt wie Migration und Flucht. Das Landesmuseum trägt dem Rechnung, indem es ab dem 7. April die letzte Station der Ausstellung „Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland“ darstellt, die zuvor in Bonn, Leipzig und Berlin Halt macht. Rund 800 Exponate beleuchten mannigfache Aspekte, darunter das Moped, das einst der einmillionste „Gastarbeiter“, der Portugiese Armando Rodrigues de Sá, überreicht bekam. „Es gibt aber auch ein komplettes Flüchtlingsboot, das nur bei uns zu sehen ist“, kündigt Lembke an. Ausdrücklich erwünscht ist, diese Ausstellung durch Beiträge von Betroffenen anschaulich zu machen. Geflüchtete, die in den vergangenen beiden Jahren nach Deutschland gekommen sind und ihre Erfahrungen vor Ort vermitteln wollen, können sich an das Museum per E-Mail an info@landesmuseum-hannover.de wenden.

Ein weiteres Standbein des Hauses sind die Naturwelten. Mit der Schau „Der Wolf. Ein Wildtier kehrt zurück“ greift das Landesmuseum vom 21. Mai bis zum 30. September ein zurzeit viel diskutiertes Thema auf. Zwischen September und November werden zudem die Gewinner des nun schon traditionellen Naturfotografie-Wettbewerbs „Glanzlichter“ präsentiert – was diesbezüglich in den vergangenen Jahren an Tier-, Pflanzen- und Landschaftsaufnahmen zu sehen war, verdiente nicht selten das Prädikat „atemberaubend“.

Den Schlusspunkt bildet ab dem 3. Dezember die Schau „Die Tiefsee. Leben im Dunkeln“ – sie wird beweisen, dass unser vermeintlich so gut erforschter Planet ebenso viele Geheimnisse bergen kann wie das fernste Weltall.

Von Jörg Worat