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Kultur Ausstellung „Recent Paintings of an Immigrant“
Weltgeschehen Kultur Ausstellung „Recent Paintings of an Immigrant“
15:48 22.11.2018
Szilard Husank, Öl auf Leinwand, 2017. Quelle: Galerie Robert Drees
Hannover

Porträts, Rückenansichten, eigenartige Stillleben: Wenn man einen Katalog mit älteren Arbeiten von Szilard Huszank durchblättert, entsteht schnell der Eindruck, hier seien die unterschiedlichsten Künstler am Werk gewesen – nicht nur die Genres, sondern auch die malerischen Handschriften wechseln ständig. Wieder einen anderen Ansatz verfolgt der gebürtige Ungar, der mittlerweile im Landkreis Augsburg lebt, bei seinen „Recent Paintings of an Immigrant“, präsentiert in der Galerie Robert Drees.

Grenze zur Abstraktion

Es sind Landschaften und auch wieder nicht: Der Betrachter vermeint, Bäume zu erkennen, einen Bach oder Steine, doch ist die Grenze zur Abstraktion stets so nah, dass die Strukturen kaum längerfristig fassbar bleiben. Dazu tragen auch die farblichen Verfremdungen bei, die an psychedelische Experimente erinnern und recht extreme Formen annehmen können.

Tropfende Farben

Besser als bei den eher gefälligen Aquarellen funktioniert dieser Ansatz bei den Ölbildern: Huszank nutzt hier mannigfache Techniken, lässt die Farbe schon mal tropfen oder schiebt sie, teils mit selbstgebauten Riesenrakeln, über die Leinwand, was im Detail ein wenig an Gerhard Richter erinnern kann. Dessen Bekanntheitsgrad liegt für Huszank zwar noch in weiter Ferne, doch hat der Künstler hier einen eigenständigen Ansatz gefunden, der zudem noch ausbaufähig scheint.

Lust auf Schräges

Wer dann noch Lust auf Schräges verspürt, sollte nebenan in der kleineren „Outlook“-Ausstellung vorbeischauen, die diese Galerie zu veranstalten pflegt. Die Münchnerin Lucia Dellefant zeigt ein Beispiel ihrer Werkgruppe mit knackigen Slogans - hier: „realize your power!“ - vor ebensolchen Mustern, dokumentiert aber auch, wie sie einem großen skandinavischen Möbelkonzern, dessen Steuerzahlungs-Praktiken sie für fragwürdig hält, auf die Nerven geht.

Unscheinbarer Brief eines Möbelhauses

Zu diesem Zweck hat Dellefant einen durchaus formschönen Briefkasten namens „Luxåmbörg“ im typischen Design dieses Hauses entworfen. Den kann man als Auflagen-Objekt, komplett mit Bauanleitung, erwerben, was gewiss eher Erfolg verspricht als der Versuch, in einer Filiale des besagten Konzerns einen Gutschein einzulösen, den die Künstlerin auszulegen pflegt und auf dem sie ihre kritische Sichtweise deutlich macht. Nicht entgehen lassen sollte man sich dabei den unscheinbar an der Wand hängenden Brief, den das Möbelhaus an die Künstlerin geschickt hat.

Von Jörg Worat

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