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Kultur „Von Lust, Lastern und Leidenschaft“
Weltgeschehen Kultur „Von Lust, Lastern und Leidenschaft“
15:10 28.12.2018
James Gillray: The Bridal-Night, 1797, Museum Wilhelm Busch. Quelle: Museum Wilhelm Busch
Hannover

„A long wife – short husband / and a long love letter“: Die Karikatur mit dieser Beschriftung ist nicht datiert, da sie aber nachweislich von Altmeister George Cruikshank stammt, weiß man, dass Beziehungen zwischen Mann und Frau auch im 19. Jahrhundert ihre Tücken haben konnten. Denn abgebildet ist hier in der Tat eine hoch aufgeschossene Frau beim Spaziergang mit einem zwergenhaften Mann, der aufgrund seiner Körpergröße nicht mitkriegt, dass seine Begleiterin gerade über die Mauer einen Liebesbrief zugesteckt bekommt.

„Von Lust, Lastern und Leidenschaft“

Es hat also seine Gründe, wenn das Wilhelm-Busch-Museum den Ausstellungstitel „Alles Liebe?!“ sowohl mit einem Ausrufe- als auch einem Fragezeichen versieht und den vieldeutigen Untertitel „Von Lust, Lastern und Leidenschaft“ hinzufügt. Die Schau läuft parallel zur spektakulären Präsentation von Bernd Pfarr (die CZ berichtete) und droht ungerechtfertigterweise ein wenig unterzugehen, obwohl sie nicht viel kleiner ist. Sämtliche Exponate stammen aus der hervorragenden hauseigenen Sammlung. „Es kam uns darauf an“, betont Museumsdirektorin Gisela Vetter-Liebenow, „eine breite Auswahl zu zeigen, sowohl in Hinblick auf die vielen Facetten des Themas als auch auf die Entstehungszeit. Wir wollten außerdem neben Klassikern auch Künstler präsentieren, die heutzutage vielleicht weniger bekannt sind.“

Streifzug durch die Jahrhunderte

All das hat sich eingelöst. Es ist ein Streifzug durch die Jahrhunderte geworden, bei dem natürlich die britischen Pioniere der Karikatur mit ihrer spitzen Feder nicht fehlen dürfen: Neben Cruikshank und Thomas Rowlandson ist etwa James Gillray vertreten, der 1797 „Die Brautnacht“ darstellte, in höchst dreister Manier, sind doch die Personen, die hier zum Schlafgemach schreiten, identifizierbar. Es geht um den ehelichen Bund zwischen Friedrich Wilhelm Karl von Württemberg und Charlotte Auguste Mathilde von England, wobei der Bräutigam annähernd kugelförmig gezeigt wird – tatsächlich soll Friedrich an die 200 Kilogramm gewogen haben, dies allerdings bei einer Körpergröße von mehr als 210 Zentimetern. Bleibt man bei den britischen Zeichnern und betrachtet das andere Ende des Zeitpfeils, landet man etwa bei Gerald Scarfe, der im Busch-Museum unlängst mit einer Einzelausstellung gewürdigt wurde und hier unter anderem mit einer Arbeit von 2009 vertreten ist: Das Blatt zeigt die damalige französische Wirtschafts- und und Finanzministerin Christine Lagarde als Dominatrix.

Neu- und Wiederentdeckungen

Dazu kommen Namen wie Searle und Goya, Deix und Daumier, Loriot und Hogarth. Franziska Becker steuert Feministisches bei, Tomi Ungerer auch schon mal Drastisches, und natürlich darf Namenspatron Wilhelm Busch nicht fehlen. Es gibt Neu- und Wiederentdeckungen wie den in der Nachkriegszeit populären Hanns Erich Köhler oder Gustav Kühn, bei dem nicht einmal alle genauen Lebensdaten bekannt sind – das Paar auf seinem Blatt scheint einen eher rauen Umgangston zu pflegen, jedenfalls klingen die Worte der Frau nicht besonders zärtlich: „Ick haue dir gleich in deine Volksküche, daß deine Zähne obdachlos werden ...“ Aber keine Angst, die Ausstellung ist keineswegs ein einziges Gruselkabinett. Schließlich heißt es ja gerüchteweise, dass die Liebe manchmal auch ihre behaglichen Seiten haben soll.

Von Jörg Worat

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