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Kultur Ausstellung im Sprengel Museum: „Zuflucht Landschaft“
Weltgeschehen Kultur Ausstellung im Sprengel Museum: „Zuflucht Landschaft“
02:51 09.02.2018
Rudolf Jahns – Dubrovnik, 1968, Öl auf Hartfaser. (Leihgabe Rudolf Jahns Stiftung) Quelle: Herling/Herling/Werner, Sprengel Museum Hannover
Hannover

Dies leuchtete Jahns keineswegs ein, der seinen Ansatz in die schönen Sätze fasste: „Die Natur war meine erste Geliebte. Ich bin ihr bis heute nicht untreu geworden.“ Allerdings bestätigt die recht umfangreiche Ausstellung, in der einige Werke zum ersten Mal überhaupt gezeigt werden, einmal mehr die Tatsache, dass sich Naturdarstellung und Abstraktion keineswegs ausschließen.

Auf einigen Arbeiten aus den 20er Jahren etwa erscheinen stark betonte Elemente, die ebenso graphische Zeichen sein könnten wie Landschaftsmerkmale – ähnliche Phänomene sind auch bei Paul Klee zu beobachten. An anderer Stelle könnte ein Linienverlauf als freie Abstraktion durchgehen, er erinnert aber auch an pflanzliche und/oder architektonische Strukturen am Ufer eines Gewässers.

1919 gestaltete Jahns die Bildwelten noch eindeutiger und erwies sich dabei als Kind seiner Zeit: Linolschnitte mit starken Kontrasten beschwören den Urzustand der Welt – „Eva“ heißt ein solches Blatt. Nicht die einzigen höchst konkreten Werke: Es gibt Pflanzenstudien, die jedem Biologiebuch zur Ehre gereichen würden, und Landschaftsgemälde im durchaus klassischen Sinn. Wobei es zu bedenken gilt, dass die „Zuflucht“ des Ausstellungstitels mehrdeutig ist, musste Jahns doch in der NS-Zeit seine abstrakten Bestrebungen zurückfahren oder zumindest tarnen. Besonders schön kommt diese Vielgestaltigkeit bei zwei beidseitig bemalten Bildträgern zur Geltung, die im offenen Raum platziert sind.

Es gibt expressionistische Einflüsse, kubistische und konstruktivistische, und doch bleibt Jahns letztlich immer Jahns. Das hat sicherlich nicht zu knapp mit gewissen Eigentümlichkeiten seiner Biographie zu tun: So war der Künstler Autodidakt und hatte einen Brotberuf – er übte die schöne Tätigkeit eines Finanzbeamten aus. Mit dem unbestreitbaren Vorteil, dass er sich in seiner Kunst völlig frei entfalten konnte, da er nicht auf Verkäufe angewiesen war.

Die Ausstellung, deren jüngste Exponate aus den 60er Jahren stammen, ist vielleicht nicht sonderlich spektakulär, aber sie punktet durch ihre Intimität – gerade die kleinen, skizzenhaft anmutenden Blätter entwickeln einen ganz speziellen Reiz. Und selbst diejenigen, die glauben, den Künstler Rudolf Jahns gut zu kennen, dürften hier die eine oder andere Überraschung erleben.

Von Jörg Worat

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