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Kultur Ballettabend „Moving Lights“ im Opernhaus Hannover
Weltgeschehen Kultur Ballettabend „Moving Lights“ im Opernhaus Hannover
04:46 21.02.2018
Quelle: Gert Weigelt
Hannover

Zwei Choreographien waren angesagt, beide im Kern nicht ganz neu, beide aber mal mehr, mal weniger im neuen Gewand. Nils Christes Ballett „Fearful Symmetries“ erlebte seine Uraufführung schon 2004 in Mainz. Wesentlich verändert hat es sich seitdem nicht, doch bekanntlich kommen stets ein paar Akzentverschiebungen ins Spiel, wenn ein Stück für ein anderes Ensemble einstudiert wird. Der Titel greift die gleichnamige Komposition von John Adams auf, eine leicht überkandidelte Minimal Music, von der Londoner „Times“ einst recht treffend als „orchestrierter Verkehrsstau“ bezeichnet.

Ständig pulsiert da irgendetwas, und dem entspricht das Geschehen auf der Bühne. Abgänge sind so gut wie gar nicht vorgesehen, das Ensemble ist fast durchweg komplett zugegen. Als einzige Requisiten stehen Hocker zur Verfügung, deren Seiten in Weiß und den Grundfarben bemalt sind. Die Umbauten erfolgen im Black, das meistens etwas überraschend einsetzt.

Der Tanz bietet eine bunte Mischung, in der sich sogar Elemente aus Disco und Revue finden, der hier und da aber auch neoklassische Anflüge auf Spitze erfordert. Vor allem muss das Ensemble durchgehend in der Spannung bleiben – jede Sekunde des Zögerns oder auch nur der nachlassenden Intensität wäre hier tödlich. Die hannoversche Compagnie bewältigt diese Herausforderung tadellos, und das Niedersächsische Staatsorchester unter Daniel Klein lässt sich ebenfalls nicht lumpen. So wäre alles phantastisch, hätte man nicht den Eindruck, einer Demonstration tänzerischen Kunstgewerbes beizuwohnen. Das glänzt an der Oberfläche mächtig, und der Tiefgang bleibt aus.

Das trifft in vielerlei Hinsicht auch auf „Lux“ von Hannovers Ballettdirektor Jörg Mannes zu, das erstmals 2009 auf die Bühne kam und jetzt als „Lux – Live“ seine Wiedergeburt erlebt. Mit einigen Veränderungen: Die Musik erklingt nicht mehr wie ehedem vom Band, und die Platzierung des Orchesters erforderte eine Umgestaltung der Bühne. Außerdem ist ein rund viertelstündiger Block völlig neu hinzugekommen.

Besagte Musik stammt durchgehend von Giovanni Sollima, und der Cellist wollte ursprünglich selbst zur Premiere aufspielen. Das entfiel wegen Krankheit, weshalb Sollimas Meisterschüler Gianluca Pirisi und Raffaella Cardaropoli den Part unter sich aufteilten. Ein Part, der viele Seufzer und Glissandi enthält, der zudem in den gesanglichen Passagen punktuell deutlich die Kitschgrenze überschreitet.

Da gibt es im Orchestergraben viele Effekte und auf der Bühne leider auch: Im Schattenspiel treffen Zwerge auf Riesen, Glühbirnen werden ver- oder enthüllt, ein Tänzer wischt mit seinen Bewegungen Erde von einer beleuchteten Bodenfläche, und das alles ist ganz toll anzusehen. Und womöglich hat man es zwei Stunden später schon wieder vergessen.

Von Jörg Worat

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