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Kultur Dialog mit Malern und Grafikern aus der Leinemetropole
Weltgeschehen Kultur Dialog mit Malern und Grafikern aus der Leinemetropole
11:22 16.01.2014
„The Princess Tower“ - von Liat Livni wurde aus Keksen geformt. Quelle: Klaus Zimmer
Hannover

Drei Künstler aus Israel wurden eingeladen, um bei ihrem längeren Aufenthalt in Hannover, Eindrücke einer für sie noch fremden Kultur nachzuvollziehen und später künstlerisch umzusetzen, für einen gemeinsamen Dialog mit vier Kreativen aus Hannover. Susanne und Jörg Maaß haben, unterstützt von „ida – intercultural dialogues in art“ und „schir – art concepts), dieses Konzept zu realisieren versucht.

Und das Resultat? Vergessen wir einmal die irritierende unendliche Diagonale, denn das übrige Repertoire zeigt künstlerische Aussagen im Kleinen. Gleich am Beginn unseres Rundgangs, nach dem „TotenHaus“ von Livni, spiegeln mit Roy Menachem Markovichs Videos „Histotour“ und „Bad Plants“, dessen persönliche Eindrücke von der Leinemetropole wider, auch die fünf Inkjet-Prints „Tachsit“, Gesteinskompositionen von Dana Yoeli, genaue Beachtung verdienen. Und aus der Höhe begrüßt uns ein farbenfroher Hahn, mit einem Sessel und auffordernder Kopfhörer, von Sebastian Neubauer.

Die Reihe von 13 kleinformatigen Malereien von Sebastian Neubauer überzeugen durch ausgefallene Ideen und vor allem ihre Qualität; das kann man gleichfalls angesichts der 28 Pflanzenzeichnungen, in dem feinen Graphitgespinst, von Dana Yoeli bestätigen. Fällt durch seine eigenwillige „Ansprache“ auf: die farbenfrohe Leinwand mit dem Blumen-Arrangement. In passender Nachbarschaft dann die großformatige Videofolge von Markovich. Eine geistige Auseinandersetzung erwartet ganz sicher Andrea v. Lüdinghausen mit ihrer Bodenarbeit „Transmitting Devices“ und der Intervention, Mixed Media „From Distance“.

Und das Finale dieser Gesamtschau widmet sich den Keks-Skulpturen von Liat Livni. Eingelei(läu)tet von der schon erwähnten Kuckucksuhr, findet man auf schmalen Sockeln Keksmodellierungen wie „The Princess Tower“, „Ruin“ und den Plastiktopf „Hollow Hannover Planters“.

Am Ende bleiben Fragen offen: Bietet Hannover – außer dem Keks – so wenig künstlerisch Aufgreifbares, zumal die drei Künstler aus Israel einige Monate vor Ort waren? Denn letztlich hatte man doch einen aufschlussreichen Dialog erwartet. Davon ist leider nichts zu spüren. Schade. Die Ausstellung ist noch bis zum 9. Februar geöffnet.

Von Klaus Zimmer