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Kultur „Die verkaufte Braut“ kommt beim Publikum gut an
Weltgeschehen Kultur „Die verkaufte Braut“ kommt beim Publikum gut an
13:54 31.10.2016
Hannover

Schon das in helles Grün getauchte Foyer und die zum Teil grün verhängten Wände lassen erahnen, dass dieser Inszenierung eine besondere Konzeption zugrunde liegt. Einzug gehalten hat für die Dauer der Aufführung in das Opernhaus Hannover die Partnervermittlung „Prolocal“ mit ihrer Sozialkompetenz und allen Möglichkeiten des Internets, mit der ganzen Flexibilität der modernen Kommunikationsmöglichkeiten und mit einem überaus eloquenten Moderator, der sich auch nicht scheut, Besucher aus dem Publikum mit in sein Werbeprogramm einzubeziehen. Ausgesuchte Liebessuchende sollen mit Hilfe von Computern generierten Algorithmen zu einem perfekten Paar zusammengeführt werden und in aller Öffentlichkeit in einer live übertragenen Hochzeit den Bund fürs Leben schließen. Dass sich in Wahrheit die Eltern von Wenzel, dem Sohn des Vorstandschefs Tobias Micha und Marie Kruschinas Eltern schon längst vertraglich darauf geeinigt haben, dass ihre Kinder einander heiraten sollen, wird wohlweißlich verschwiegen. Nicht zuletzt stufen beide Väter als Werbemaßnahme diese Verbindung als äußerst lukrativ ein. Misslich nur, dass Marie den im Ort unbekannten Hans liebt, der ihre Gefühle erwidert.

Weitgehend vor einer großen Videowand wird das Geschehen angesiedelt, eröffnet neue Perspektiven, wirkt weitgehend logisch und setzt unerwartete Schwerpunkte. Beim Publikum kommt das gut an, reizt mehrfach zu Zwischenbeifall, hat Tempo und trägt letztlich auch über die gesamten zweieinhalb Stunden.

Mit kraftvollem Bariton glänzt Stefan Adam als Kruschina und strahlend gibt sich der Sopran von Brigitte Hahn als seiner Frau. Selbstbewusst und stimmlich sicher überzeugt Dorothea Maria Marx als Marie und über einen strahlenden Tenor verfügt Robert Künzli als Hans. Benjamin Reiners als musikalischer Leiter sorgt für klangliche Ausgewogenheit zwischen Bühne und Orchestergraben.

Von Hartmut Jakubowsky