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Kultur Eigenwilliger Maskenball
Weltgeschehen Kultur Eigenwilliger Maskenball
11:53 24.09.2013
Wahrlich dämonenhaft: Ulrica (Julie-Marie Sundal) - wird „umschmeichelt“ vom Damenchor Quelle: Susanne Harbott
Hannover

Dabei ist die Handlung alles Andere als lustig: dem von Verschwörern bedrohten Riccardo wird seine Liebe zu Amelia, die mit seinem besten Freund Renato verheiratet ist, zum Verhängnis. Auf einem Maskenball erfüllt sich die Weissagung der Wahrsagerin Ulrica: Riccardo stirbt durch die Hand seines Freundes. Da mag die Musik Verdis noch so von Lachen und ironisierendem Gelächter und bisweilen sogar von Operettenseligkeit erfüllt sein. Die hoch emotionale Handlung wird dadurch gekonnt konterkariert, das Clownsgehopse und sehr viel Schminke verstärken die Wirkung. Ohne Rücksicht auf überzeichnende Effekte, die vielleicht zu einer unterhaltsamen und farbenreichen Aufführung führen mögen, aber andererseits auch viel von der Eindringlichkeit des Geschehens nehmen. Aber so ist das eben. Erlaubt ist, was gefällt.

Überzeugender gibt sich da die musikalische Seite. Rafael Rojas lässt zwar als Riccardo den Belcanto-Glanz etwas vermissen, kann aber dennoch mit kraftvoll eingesetzter Tenorstimme überzeugen. Brigitte Hahns Darstellung der Amelia vereint sängerische und schauspielerische Qualitäten und gewinnt Dramatik durch viele stimmliche Schattierungen. Mit klaren dynamischen Abstufungen und leidenschaftlicher Intensität weiß auch Stefan Adam als Renato zu gefallen. Eine dämonische Attitude gibt Julie-Marie Sundal ihrer Ulrica. Präzise einstudiert sind die Chöre von Dan Ratiu. Bis auf kleinere rhythmische Ungenauigkeiten sorgte das Niedersächsische Staatsorchester unter der Leitung von Mark Rohde mit fein abgestufter Dynamik für klare Akzente.

Von Hartmut Jakubowsky