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Kultur Erstaufführung voller Kontraste
Weltgeschehen Kultur Erstaufführung voller Kontraste
18:00 31.08.2018
Kyle Abraham hat mit seiner Compagnie „A.I.M“ und der Performance „Live! The Realest MC“ das Festival „TANZtheater International“ eröffnet. Quelle: Julien Benhamou
Hannover / München

Lavinia Francke ist die Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen. Wenn sie zum Auftakt des Festivals „TANZtheater International“ öffentlich bekannt gibt, die Stiftung und andere Förderer dächten über eine deutliche Etaterhöhung nach, hat das also einiges Gewicht. Und die traditionelle, weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus renommierte Veranstaltungsreihe muss seit Jahren mit derselben Summe, rund 350.000 Euro, auskommen – bei ständig steigenden Ausgaben.

So weit, so gut, so angemessen. Wenn die Eröffnungsveranstaltung der 33. Ausgabe in der Orangerie auch auf der künstlerischen Ebene etwas zwiespältig geriet: Bei der Deutschen Erstaufführung von „Live! The Realest MC“ blieben einige Fragen offen.

Die Grundthemen, die der US-amerikanische Choreograph Kyle Abraham mit seiner Com-
pagnie „A.I.M“ hier verhandelt, sind überwiegend nachvollziehbar. Es ist eine autobiographisch eingefärbte Adoleszenz-Geschichte, in der es um Unterdrückung und Selbstbehauptung geht, um schwarz und weiß, um männlich und weiblich, um Rollen und Posen, um „street credibility“.

Das Bewegungsrepertoire des Hip-Hop spielt eine große Rolle, es kommen aber auch andere Momente ins Spiel, sogar klassisch anmutende. Eine spezielle Form von Ausdruckstanz wiederum ist ganz am Anfang zu beobachten, wenn ein Tänzer auf dem Boden herumkraucht und es nur mit äußerster Anstrengung fertigbringt, so etwas wie eine senkrechte Haltung einzunehmen.

In der Folge gibt es eine Menge Kontraste. Soli stehen Gruppenformationen gegenüber, und es kann vorkommen, dass in einer Videoeinspielung viel gerannt wird, während auf der Bühne annähernd Stillstand herrscht. Auch akustisch herrschen Gegensätze vor: Was da ertönt, wirkt oft kalt-technoid, ist trotz ausgeprägter Rhythmik eher Klang als Musik, andererseits gibt es sanft bluesige Zwischenspiele.

Äußerst raffiniert sind die schwarzen Kostüme, die mit ihren Pailletten Glanz vorgaukeln, wo inhaltlich keineswegs immer welcher vorhanden ist. Da wird aus einer kumpelhaften Umarmung schon mal ein Niederringen, und die zerbrechliche Balance zwischen Schein und Sein findet auch darin ihren Niederschlag, dass die Akteure gern zwischendrin die Haare und/oder die Kleidung glattstreichen. Einigermaßen grotesk scheint es schließlich, wenn in einem YouTube-Video auf der Bühnenrückwand eine weiße Tanztrainerin mit großen Worten den Geist des Hip-Hop beschwört, ohne offenbar diese Kultur durchdrungen zu haben.

Klingt alles interessant? Ist es aber nur bedingt. Denn es hapert bei den Spannungsbögen: Manches wird nur angedeutet, anderes zu breit ausgespielt, und überraschend oder mitreißend wirkt der Bewegungskanon eher selten. Mal sehen, wie sich das Festival bis zum Finale am 8. September entwickelt.

Von Jörg Worat

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