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Kultur Filigrane Drahtgebilde und extrovertierte Abstraktionen im Sprengel Museum
Weltgeschehen Kultur Filigrane Drahtgebilde und extrovertierte Abstraktionen im Sprengel Museum
13:55 27.04.2018
In einer Doppelausstellung zeigt das Sprengel Museum Werke von Günter Haese (hier „Herkules“ aus den Jahren 2011 bis 2014) und Hans Uhlmann (links, unbetitelte Skulptur von 1956). Quelle: VG Bild-Kunst
Hannover

Gemeinsam ist beiden, dass sie in der Nachkriegszeit angesagte Künstler waren. Haese hatte 1964 im berühmten New Yorker MoMA eine Einzelausstellung und beteiligte sich drei Jahre später bei der Weltausstellung in Montreal am Deutschen Pavillon; Uhlmanns Arbeiten waren unter anderem auf der documenta und der Biennale Venedig zu sehen. Übrigens gibt es jeweils auch einen Bezug zu Hannover: Uhlmanns Nachlass wird hier verwaltet, und Haese hat in den letzten Jahren vor Ort gelebt.

Gerade er ist mittlerweile einigermaßen in Vergessenheit geraten, zu Unrecht, wie diese Schau beweist. Seine filigranen Drahtgebilde, in die nicht selten Uhrfedern eingearbei-tet sind, strahlen einen ganz eigenen Zauber aus. In den frühen 60er Jahren wirken sie noch so verspielt, als seien Zeichnungen von Paul Klee in die dritte Dimension eingedrungen, später greifen verstärkt symmetrische Strukturen, die im Detail aber immer wieder aufgebrochen wer-den.

Aus den bevorzugten Materialien Messing und Phosphorbronze schuf Haese einen speziellen Kosmos, in dem es immer wieder Neues zu entdecken gibt und in dem Spiralen, Stangen und Käfigelemente eine wichtige Rolle spielen – Käfige, die aber nicht primär ein- oder aussperren, sondern im Gegenteil zum konzentrierteren Blick auffordern.

Der bei Haeses Werken oft ins Innere gezogen wird, während Hans Uhlmanns Arbeiten eher den Raum erobern. Eine Vorkriegsarbeit des gelernten Ingenieurs, der 1933 bei einer Flugblattaktion festgenommen wurde und anderthalb Jahre lang im Gefängnis saß, zeigt noch eine wuchtige Kopfstudie, die späteren Abstraktionen kommen indes weit extrovertierter daher – aus gutem Grund heißt eine von ihnen „Wachstum“. Besonders interessant auch ein kleines Relief von 1952, das durch den Einsatz von Spiegeln den Raumeindruck erweitert. Und die schwarz getönten „Fetische“ aus Stahl haben einen martialischen Touch.

Im Einzelfall schrammeln Werke beider Künstler auf unterschiedliche Weise schon mal an der Grenze zum Dekorativen entlang. Das sollte jedoch niemanden daran hindern, diese hervorragend ausgeleuchtete Ausstellung zu besuchen, die mit einem schnellen Durchlauf nicht zu erfassen ist – die Betrachtung braucht hier ihre Zeit.

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