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Kultur Filmregisseur Bernardo Bertolucci gestorben
Weltgeschehen Kultur Filmregisseur Bernardo Bertolucci gestorben
16:15 26.11.2018
Bernardo Bertolucci starb im Alter von 77 Jahren in Rom. Foto: Giorgio Onorati Quelle: Giorgio Onorati
Rom

Rom (dpa) - Der italienische Filmregisseur Bernardo Bertolucci ist tot. Der 77-Jährige sei am Montagmorgen in seinem Haus in Rom gestorben, sagte eine Sprecherin seiner Agentur der Deutschen Presse-Agentur.

Er habe an Krebs gelitten. Politiker und Kollegen aus der Filmwelt zeigten sich betroffen.

Der zweifache Oscar-Preisträger saß seit Jahren wegen einer misslungenen Bandscheiben-Operation im Rollstuhl. Bekannt ist er für seine Meisterwerke «Der letzte Tango in Paris», «1900» und «Der letzte Kaiser». Nach zehnjähriger Regiepause war Bertolucci mit «Ich und du» (2012) in die Kinos zurückgekehrt.

«Der größte von allen ist gegangen, der letzte Imperator des italienischen Kinos», erklärten der italienische Regisseur Roberto Benigni und seine Frau Nicoletta Braschi. Auch Film- und Theatermacher Franco Zeffirelli zeigte sich laut Nachrichtenagentur Ansa bestürzt. «Es ist sehr traurig, einem lieben Freund und talentierten Regisseur wie Bernardo Bertolucci lebe wohl zu sagen.» Bertolucci sei es gelungen, «uns mit seiner Arbeit in künstlerisch einmalige Dimensionen zu führen».

Bertolucci werde als einer der Größten des italienischen und internationalen Films erinnert werden, erklärten die Internationalen Filmfestspiele von Venedig auf Twitter. Virginia Raggi, die Bürgermeisterin von Rom, wo der gebürtige Norditaliener am Dienstag aufgebahrt werden soll, erklärte, dass Bertolucci «mit seinen Werken und Meisterstücken für immer die Geschichte des internationalen Kinos geprägt» hat. «Ganz Italien erweist ihm die Ehre.» Italiens Kulturminister Alberto Bonisoli drückte Bertoluccis Angehörigen seine Anteilnahme aus. Bertolucci sei einer der «beliebtesten und bekanntesten» Regisseure des Landes gewesen.

Am 16. März 1941 wurde Bertolucci in Parma geboren und ging später bei Regisseur Pier Paolo Pasolini in die Lehre.

Gelobt wurde Bertolucci für die Bandbreite seines Werks, das schon vor seinem Tod zu den Klassikern der Moderne zählte: Seine Filme thematisierten das Verbotene, das Verborgene, sexuelle Gefühle; sie waren politisch und historisch.

Mit «Der letzte Kaiser» aus dem Jahr 1987 feierte Bertolucci seinen wohl größten Erfolg. Der Film wurde mit neun Oscars und vier Golden Globes ausgezeichnet und ging in die Kinogeschichte ein. Er schildert das Leben des letzten chinesischen Imperators, der bereits als Dreijähriger an die Macht kam, von den Untertanen als Gott verehrt wurde und «wie ein Gefangener seiner eigenen Macht lebte». Bertolucci durfte damals als erster westlicher Regisseur an Originalschauplätzen in Peking drehen.

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