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Kultur Ein Leben im Leistungssport
Weltgeschehen Kultur Ein Leben im Leistungssport
22:04 30.12.2018
Dima mit seinem Kind in der Ausstellung des Fotografen Michael Neugebauer. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Hannover

Es hat gute Gründe, dass die „Galerie für Fotografie“ im hannoverschen Kulturzentrum „Eisfabrik“ schon bald nach der Gründung weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden ist. So sind die hiesigen Ausstellungen nicht nur für eine Elite gemacht. Eine „erzählende Fotografie“ soll nach dem Selbstverständnis der Betreiber im Vordergrund stehen: „Eine Fotografie, die den Besucher an Orte führt, die sich häufig außerhalb unserer Wahrnehmung befinden – vor der Haustür oder am Ende der Welt.“

Und damit wären wir beim nächsten Pluspunkt. Denn hochkarätig sind die Ausstellungen immer, jedoch keineswegs durchgehend nach demselben Strickmuster gestaltet. Die aktuelle Schau ist etwa einer einzelnen Person gewidmet, dem Judoka Dimitri Peters, Spitzname „Dima“. Der hannoversche Fotograf Michael Neugebauer hat über etliche Jahre den Weg des Sportlers begleitet, dessen spektakulärster Erfolg der Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2012 in London war.

Siegerpose in Schwarz-Weiß

Auf diesen Schwarz-Weiß-Bildern sieht man den Modellathleten aber nicht nur in Siegerpose, gab es in dieser Karriere doch auch schmerzliche Niederlagen, sei es auf der Judomatte oder außerhalb – besonders getroffen hat es Peters, Niedersachsens „Sportler des Jahres“ 2012 und 2013, dass er die Nominierung für die Olympiade in Rio knapp verpasste.

Nicht zuletzt kommt hier die private Seite voll zur Geltung. „Dima“, der aus Sibirien stammt und im Alter von acht Jahren nach Deutschland kam, ist schließlich ein Familienmensch. Und so tummeln sich Lebensgefährtin Marina nebst den Kindern Steven und Emily auf manchen Bildern.

Interessante Bandbreite der Stimmungen

Eben diese Bandbreite der Stimmungen macht die Ausstellung so interessant. Manche Aufnahmen vom Training tun schon beim Betrachten weh, wenn der Sportler etwa mächtige Gewichte stemmen oder mit einer Maske laufen muss, die für eine eingeschränkte Sauerstoffzufuhr sorgt. Dem stehen die Bilder vom Familienspaziergang gegenüber oder Aufnahmen von der Tanzstunde – schließlich wollen „Dima“ und Marina auch beim Opernball eine gute Figur abgeben.

Die sportliche Karriere hat Peters inzwischen beendet. Dass er in seiner Disziplin keine Reichtümer anhäufen würde, ist ihm stets klar gewesen – zurzeit absolviert er eine Ausbildung zum Notfallsanitäter/Brandmeister bei der hannoverschen Feuerwehr, und auch das wird in der Ausstellung dokumentiert.

Und wer diesen spannenden Lebensweg zu Hause weiter verfolgen will, kann vor Ort den Katalog erwerben. Der vielleicht schönste Satz darin stammt von Hauke Horstmann, ehemals Arzt im Sportleistungszentrum Hannover: „Ich habe mich“, beschreibt er Dimitiri Peters, „selten in Anwesenheit einer so glücklichen und freien Person aufgehalten.“

Die Ausstellung ist in der
„Galerie für Fotografie“,

Seilerstraße 15d in Hannover,

bis zum 13. Januar zu sehen, Öffnungszeiten donnerstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr.

Von Jörg Worat

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