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Kultur Galerie Kubus in Hannover: Kreativität und Fragen zum Kunstmachen
Weltgeschehen Kultur Galerie Kubus in Hannover: Kreativität und Fragen zum Kunstmachen
17:42 28.11.2013
K.-H. Bethmann: - „Das Blau Tanzt“, Acryl auf Nessel Quelle: Klaus Zimmer
Hannover

Hannover. „Ich stelle nichts dar, ich frage“, notierte Eduardo Chillida einmal. Und man ist überzeugt, vor den beiden Holzschnitten von Jürgen Scholz, dass sie in ihrer „Einfachheit“ eine Geistesverwandtschaft zu dem großen Spanier transparent werden lassen. Andererseits überrascht dieser kreative Künstler dann wieder mit seinen im freien Raum stehenden Metallskulpturen „Umzug“, „Diamanten“.

Sechs Künstler und eine Künstlerin bestätigen ihrerseits, dass auch sie, unbewusst vielleicht, bei ihren Bildgestaltungen um Fragen gekämpft haben. So Hartmut Bohl etwa, der zu seinen Bildern und Reportagen aus den letzten Jahren ein ganz persönliches Verhältnis entwickelte: zunächst in Acryl gemalte Motive auf der Leinwand – die zu sehen sind – oder, die er dann fotografiert, digital bearbeitet und schließlich als sogenannte c-Prints vorstellt. Rund zwanzig Arbeiten sind zu sehen, mit Themen wie Fabrik, Kreuzfahrt, Tanz oder Hafen.

Und während sich Sigi Grunwald mit ihrem liegenden „lebenden“ Schriftobjekt „Stay Rich !“ gegenüber der „Männerwelt“ durchaus behaupten kann, widmet sich Jens Hoff einer fast schon vergessenen Kunstsprache, der figürlichen Malerei: sechs großformatige Leinwände, in Öl, flächig angelegt, in zurückgehaltener Farbigkeit. Auch Jürgen Rach ist gleichfalls mit Fotoreportagen, Digitalprints wie „Stadt, Land, Fluss“, „An der Leine, Hannover“, vertreten.

K.-H. Bethmann hat sich auf den vier großen Leinwänden ganz intensiv mit einem einzigen Thema auseinandergesetzt. Und das hervorragend! „Das Blau das Tanzt“ wird in drei großen, abstrahierten, in Acryl angelegten Werken, beeindruckend umgesetzt. Aber er kann auch Skulptur! Mit feinen und groben Metall-“Schnüren“ setzte er das gleiche Thema – ganz eigenwillig - um.

Gerd Schulze wiederum stellt hier mit seiner HD Stereoanlage „Kompetenzcluster 11EN“ („Reflexionen aus einer beschädigten Mythologie“) unbequeme Fragen. Und dann der Kontrast: seine wunderbar „hingeworfenen“ Aktzeichnungen in einer Pastellmischtechnik.

Und im Foyer schließlich noch „Novemberporträts“, malerisch, in Aquarell, abstrahierte Köpfe von Jens Hoff; bestechend brillante Farbfotos „Aus Wirtschaft und Forschung“ von Helmut Bohl und last, not least: meisterhafte kleine Bronzen von K.-H.Bethmann.

Die Ausstellung ist noch zu sehen bis zum 22. Dezember.

Von Klaus Zimmer