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Kultur Galerie Kubus in Hannover zeigt „Stadt als künstlerisches Material“
Weltgeschehen Kultur Galerie Kubus in Hannover zeigt „Stadt als künstlerisches Material“
15:22 09.11.2017
Kirsten Johannsen“ „urban evaluation, 2017“ – - Serie, Pigmenttinte auf Fine Art Papier.
Hannover

Die Ergebnisse sind ausgesprochen vielgestaltig. Schlüter etwa fertigt mit Bauplanen und Tape kartographisch anmutende „Randzeichnungen“, die nachhaltigste Wirkung erzielt indes eine Fotoserie, die gerade vermeintlich banale Stadtmotive wie Fahrradbügel vor Mülltonnenbehältnissen zeigt.

Johannsen beweist mit dem Video-Loop „coverWalks“, dass auch Pflastersteine oder Gullydeckel eine gewisse Ästhetik entfalten können. Auch bei ihr gibt es Fotoserien; die umfassendste heißt „urban evaluation“ und kombiniert Stadtansichten mit Schrifttafeln, auf denen Begrifflichkeiten von „hektisch“ über „monoton“ bis zu „spießig“ mannigfache Assoziationen ermöglichen.

Szepanski schließlich hat der Historie verschiedener Örtlichkeiten nachgespürt und ihre Erfahrungen in Installationen umgesetzt. Ihr Interesse weckte beispielsweise die hannoversche Aegidienkirche, 1943 bei Luftangriffen erheblich beschädigt und als Mahnmal in diesem Zustand belassen. Szepanskis Installation zu diesem Motiv umfasst unter anderem Fotografien, Gipsabdrücke der Kirchenwände und ein Hörstück. Eine interessante Ausstellung, die allerdings recht verkopft ausgefallen ist – nach der durchaus vorhandenen Sinnlichkeit muss man eine Weile suchen. Gelegenheit dazu besteht bis zum 26. November.

Von Jörg Worat