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Kultur Geschichten um die Schellackplatte in Villa Seligmann
Weltgeschehen Kultur Geschichten um die Schellackplatte in Villa Seligmann
12:17 27.10.2017
Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Darüber hinaus werden hier auch noch ergänzende Ausstellungen im Zusammenhang mit jüdischer Kultur angeboten. So kann man im Moment eine Dokumentationsausstellung zur Geschichte der Schellackplatte dort sehen. Diese dürfte nicht nur für Freunde des frühen Vorläufers unserer heutigen CD reizvoll sein, sondern auch für Menschen, die an Wirtschaftsgeschichte interessiert sind. Der Ursprung technischer Musikaufzeichnung liegt nämlich in Hannover bei der Familie Berliner, den Gebrüdern Emil und Jakob Berliner. Der in die USA ausgewanderte Hannoveraner Emil erfand das Grammophon und die Schellackplatte, Jakob gründete in Hannover die Deutsche Grammophon Gesellschaft, die durch die industrielle Produktion von Tonträgern mit klassischer Musik diese einem neuen Publikum nahe brachte. Der weitere Bruder Joseph war Vorsitzender der damals großen Jüdischen Gemeinde in Hannover.

Die Ausstellung zeigt nicht nur die frühe Geschichte des Grammophons und der Schellackplatte, sondern auch in welchem Maße jüdische Musiker zu den ersten Nutzern dieses Mediums gehörten, indem sie Schellackplatten besangen. Es seien so berühmte Namen wie Richard Tucker oder Richard Tauber genannt. Und natürlich gehörten die großen jüdischen Kantoren ihrer Zeit zu dieser Gruppe von Medienpionieren. Besonders zu nennen ist hier wiederum ein Hannoveraner, nämlich Israel Alter.

Von Reinald Hanke