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Kultur Handwerksform Hannover zeigt „Summer in the City“
Weltgeschehen Kultur Handwerksform Hannover zeigt „Summer in the City“
18:34 08.06.2017
Hannover

Darunter viele hochkarätige, und ansprechend präsentiert werden die Exponate hier sowieso stets – diesmal hat man mit kleinen Kunstrasenecken für Atmosphäre gesorgt. Da möchte man sich doch gleich niederlassen, zum Beispiel beim „Schicknick“: So hat das Quartett Martina Sigmund-Servetti, Monika Nickel, Constanze Fehsenfeld und Sybille Weber seine Gemeinschaftsarbeit genannt, in der vom Korb über die Sitztücher bis zum Geschirr alles vertreten ist, was für den Outdoor-Schmaus gebraucht wird.

Natürlich will frau dafür auch richtig gekleidet sein. Wie wär’s etwa mit den luftigen handbemalten Tops von Petra Müller aus Ochsenhausen? Dazu vielleicht der Hut des Hamburgers Peter de Vries – erstaunlich, wie viele Varianten diese schlichte Grundform und ein schwarzes Band ermöglichen.

Wie immer zeigt die Handwerksform auch ein paar Exotika. Der Zweck der keramischen Gebilde von Christel Hoff und Anja Schubert (Foto) aus Stralsund erschließt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick – es sind „Wandbeete“, in denen kleine Pflanzungen angelegt und mittels Leiste und Schrauben nach Gutdünken außen und innen angebracht werden können. Die Hannoveranerin Kerstin Klockow scheint nicht zuletzt an die Biker-Szene gedacht zu haben; ihre stilvollen und schon mal mit einem Totenkopf-Motiv verzierten Taschen und Accessoires bestehen aus alten Feuerwehrschläuchen. Eigenwillig auch die Wahl der Materialien bei Caroline Krose aus Bremen – Silber kann hier etwa auf eine getrocknete Zitrone treffen.

Zuweilen ist der Bezug zum Sommerthema eher locker, vermittelt sich durch starke Farbgebung oder florale Motive. Die Turmalin- und Korallenketten des Hanauers Martin Hardt haben dann bei aller Ästhetik gar nichts mehr damit zu tun, wohl aber andere Arbeiten dieses Designers: Seine Grillzangen aus geschmiedetem Baustahl sind echte Hingucker.

Und auch Celle ist in dieser anspruchsvollen Ausstellung vertreten: Anette Dannhus zeigt vielfältige Keramik, unter anderem Stelen, die mit oder ohne Wasser betrieben werden können und sich gut im Garten machen dürften – all diese Arbeiten haben eine ganz eigene Handschrift, wirken zugleich rustikal und leicht.

Von Jörg Worat