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Kultur Hier braucht man gute Spezialkenntnisse
Weltgeschehen Kultur Hier braucht man gute Spezialkenntnisse
13:05 16.11.2018
Eine ganze Wand im Ausstellungsbereich des Kunstvereins Hannover ist mit einem Postermotiv bestückt, dessen zentrales Motiv eine Gurke ist. Die Arbeit heißt „Ogórek Trocki“. Quelle: Andrej Vasilenko
Hannover

Flower Power? Nix da: „Sauer Power“ heißt die neue Ausstellung (bis 27. Januar) im Kunstverein Hannover, und dieser Titel verrät viel über die Gruppe „Slavs and Tatars“, die hier an der Sophienstraße 2 einen eigenartigen Parcours aufgebaut hat. Sie mag Sprachspiele, ein grenzüberschreitendes Geographie-Verständnis und hat einen speziellen Humor. Weniger angesagt ist der Personenkultur, und so bleibt offen, wer eigentlich die Mitglieder „Slavs and Tatars“ sind – auch Ausstellungskurator Sergey Harutoonian mag nicht recht mit der Sprache rausrücken, gibt aber auf hartnäckige Nachfrage immerhin bekannt, dass es sich um weniger als zehn Personen handle.

Wurzeln in Texas, Moskau und London

Ihre Wurzeln haben „Slavs and Tatars“ in einem Duo: den Iraner Payam Sharifi, in Texas aufgewachsen und später in Moskau wirkend, und die Polin Kasia Korczak, die sich in London niederließ. In ihrer Arbeit interessiert sich die Gruppe nach eigener Aussage besonders für das Areal, das „östlich der Berliner Mauer und westlich der Chinesischen Mauer“ liegt.

Sprachkenntnisse auch von Nutzen

Ein paar Spezialkenntnisse sind bei der Dechiffrierung dieser Arbeiten von Nutzen. So hängt gleich im ersten Raum ein Schild mit der Aufschrift „Quaß ist das?“, wobei die letzten beiden Worte in kyrillischer Schrift gesetzt sind und man schon mal vom russischen Brottrunk „Kwas“ gehört haben sollte. Gleich daneben wird in leichter Abwandlung von Shakespeare die elementare Frage „To beer or not to beer“ gestellt – wer das entziffern will, muss allerdings die persische Schrift beherrschen.

Gurke zwischen Zeige- und Mittelfinger

Nebenan ist die Wand mit einem Postermotiv bestückt, dessen zentrales Motiv eine Gurke ist. Die Arbeit heißt „Ogórek Trocki“ und bezieht sich auf die jüdische Glaubensgemeinschaft der Karäer auf der Krim: „Ogórek“ ist eine süße Gurke, die dort verbreitet war, „Trocki“ die polnische Lesart des litauischen Tarik, wobei natürlich auch Assoziationen an den russischen Revolutionär Leo Trotzki aufkommen mögen. Davor befindet sich eine verspiegelte Faust, deren Daumen, hier ebenfalls in Gurkengestalt, zwischen Zeige- und Mittelfinger gesteckt ist – genau genommen eine eher derbe Geste.

Eigene Gedankenwelt gegen Aufklärung

An anderer Stelle bezieht sich ein Teppichmuster auf den Philosophen Johann Georg Hamann, der den rationalen Thesen der Aufklärung seine sprunghafte Gedankenwelt entgegensetzte. Klingt alles sehr danach, dass man hier erst einmal eine ganze Menge wissen muss, um – je nachdem – ins Grübeln oder Schmunzeln zu geraten? Stimmt. Immerhin wird die Kunst im letzten Raum nahrhaft: Hier kann sich der Besucher einen Becher des salzigen Joghurt-Getränks Ayran zapfen.

Von Jörg Worat

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