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Kultur Hochkarätige Gastspiele bei „Oster-Tanz-Tagen“ im Opernhaus Hannover
Weltgeschehen Kultur Hochkarätige Gastspiele bei „Oster-Tanz-Tagen“ im Opernhaus Hannover
16:59 28.03.2018
Quelle: Charles Tandy
Hannover

Die Tänzer im Alter zwischen 17 und 20 Jahren wollten zeigen, was sie alles draufhaben, und präsentierten ein umfangreiches Programm: Nicht weniger als vier Stücke, an denen insgesamt acht Choreographen mitgewirkt haben, bekam das Publikum geboten.

So zum Auftakt die „Bilder einer Ausstellung“. Mussorgskys berühmte Komposition ertönte hier nicht nur in der gängigen Fassung, sondern auch auf der akustischen Gitarre gespielt oder verrockt von „Emerson, Lake & Palmer“. Wegen der vielfältigen Stimmungen ist das ein dankbarer Stoff für eine Tanzcompagnie; entsprechend abwechslungsreich ging‘s zu Sache, wie sich schon in den Kostümen spiegelte: Vom Trikot über den Anzug bis zum Fatsuit war alles dabei. Dass es beim Nachwuchs hier und da noch am letzten Quäntchen Ausdruckskraft mangelt, liegt in der Natur der Sache, eine Tänzerin wie die Brasilianerin Sinthia Liz aber zeigt schon in jungen Jahren eine bemerkenswerte Reife.

Das älteste Stück des Abends war das berührendste: „Jardi Tancat“ von Starchoreograph Nacho Duato, uraufgeführt 1983, zeigt drei Paare bei einem höchst organischen Tanz in ländlichem Milieu zum Gänsehaut-Gesang von Maria del Mar Bonet. Manchmal traurig und immer wunderschön. Und zum Abschluss ging‘s in jazzig angehauchte Gefilde: Zu George Gershwin „3 Préludes“ tanzte ein Quartett ein Stück von Richard Siegal, es gab dabei Spitzentanz ebenso wie Charleston- oder Rock-‘n‘-Roll-Moves.

Heute ist bei den „Oster-Tanz-Tagen“ im Schauspielhaus das Stück „Nijinski“ von Marco Goecke zu sehen, der 2019 neuer hannoverscher Ballettdirektor wird. Am 30. und 31. März läuft, dann wieder im Opernhaus, die kultige Choreographie „Körper“ von „Sasha Waltz & Guests“. Karten für all diese Gastspiele sind äußerst begehrt – bei Interesse gilt es, vorab die Verfügbarkeit zu prüfen. Schließlich gehört traditionell auch eine Fotoausstellung zum Festival; sie zeigt diesmal Aufnahmen von Bernd Uhlig. Der Titel „Von der Kunst, Bewegung zu dokumentieren“ wirkt etwas umständlich, trifft den Punkt aber sehr genau. Die hochinteressante Zusammenstellung von 14 großformatigen Fotografien ist bis zum 2. April vor jedem Vorstellungsbeginn, am 31. März zudem zwischen 15 und 17 Uhr zu sehen.

Von Jörg Worat

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