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Kultur Höhepunkt des „Klangbrücken“-Festivals polarisiert
Weltgeschehen Kultur Höhepunkt des „Klangbrücken“-Festivals polarisiert
12:14 24.04.2018
Hannover

Denn es ist der Höhepunkt des „Klangbrücken“-Festivals angesagt, das in diesem Jahr um das Werk des Avantgarde-Komponisten Luciano Berio (1925 bis 2003) kreist. Entsprechend unkonventionell stellt sich der Programmaufbau dar: Im ersten Teil werden ohne Gelegenheit zum Zwischenapplaus Stücke von Berio und Mahler aneinandergeschnitten, im zweiten gibt es Berios „Sinfonia“, die wiederum Mahler-Zitate enthält.

Das liest sich vielleicht etwas verkopft, funktioniert aber in der Umsetzung durchaus schlüssig. So liegt die Klammer vor der Pause im expressiven Moment, das sowohl bei Berios von einem treibenden Schlagwerk-Beat durchpulsten „Festum“ als auch bei Mahlers sinfonischer Dichtung „Todtenfeier“ eine entscheidende Rolle spielt. Vom Berio ist zudem die „Fanfara“ im Angebot, von Mahler „Des Antonius zu Padua Fischpredigt“, die Bariton Stefan Adam mit etwas arg forcierter Artikulation vorträgt.

Nach der Pause gesellt sich für die „Sinfonia“ das Gesangsoktett „The Swingles“ zum Orchester, Nachfolger der berühmten „Swingle Singers“, die 1968 die Uraufführung dieses Stücks bestritten. Es ist für die jeweils vier Damen und Herren extrem anspruchsvoll zu vokalisieren, weil es nicht nur feinste Tonschwebungen enthält, sondern auch mehrsprachige Texte zwischen Levi-Strauss und Beckett. Förderlich ist zudem zeitweise ein gewisses mimisches Talent, und als Schlusspointe des 3. Satzes schreibt der Komponist eine Danksagung an den aktuellen Dirigenten vor: Gar zu häufig dürfte es Stefan Blunier, der an diesem Abend auf dem Pult steht, nicht erleben, dass ihm mitten im Konzert aus den Musikerreihen ein „Thank you, Mr. Blunier!“ entgegenschallt.

Die „Swingles“ machen das ganz großartig, und das Orchester zeigt sich in nicht minder guter Form, wenn es souverän eine ganze Reihe musikalischer Zitate bewältigt – wie schon erwähnt, von Mahler, aber auch von Bach, Debussy oder Stockhausen. In den besten Momenten hat der Vortrag eine Menge Schwung und sogar einen recht verqueren Humor.

Wenig erstaunlich, dass solche Musik polarisiert. Am Schluss gibt es eine ganze Reihe Bravos, während andere Besucher keinen Grund dafür sehen, in Sachen Applaus auch nur einen Finger zu rühren.

Von Jörg Worat

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