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Kultur Hölzernes Ungetüm und unbehaglich wirkende Szenarien
Weltgeschehen Kultur Hölzernes Ungetüm und unbehaglich wirkende Szenarien
11:33 24.05.2018
In der Doppelausstellung „Welcome to Babylon“ in der Galerie Robert Drees werden Holzkonstruktionen und Gemälde gezeigt. Quelle: Galerie Robert Drees
Hannover

Das hölzerne Ungetüm, das bis unter die Decke reicht, hat der Berliner Bildhauer Matthäus Thoma di-rekt für die Ausstellungsräume entworfen. Es gibt auch kleinere Arbeiten modellhafter Natur, die vielleicht irgendwann andernorts ihrerseits im Großformat umgesetzt werden. Allesamt Gebilde, die zwar Assoziationen auslösen mögen – eines erinnert etwa an eine umgestürzte Kirche –, doch letztlich keiner klar definierbaren Funktionalität zuzuordnen ist.

Eindrucksvoller erscheinen indes die Wandarbeiten von Gustavo Díaz Sosa. Auf Leinwand, Papier oder Holz erzeugt der aus Kuba gebürtige und in Madrid lebende Künstler eigenartige Grundierungen mit unterschied-lichen Verläufen: Mal scheint die Farbe herunterzurinnen, mal wirkt sie massiv aufgetragen, mal ergeben sich undefinierbare Strukturen, als hätte das Aufeinandertreffen der Materialien sonderbare chemische Reaktionen aufgelöst.

Zum im weiteren Sinne malerischen Moment kommt das zeichnerische, denn vor diesen gewöhnungsbedürftigen Hintergründen sieht man gewaltige Gebäude nebst Figurenschlangen. Im Einzelfall gibt schon mal ein Trojanisches Pferd eine Art Anhaltspunkt, ansonsten bleibt offen, was die vielen Menschlein in dieser unmenschlichen Architektur wollen oder müssen – und unbehaglich wirken diese Szenarien durch die Bank, als seien sie den Fieberträumen eines durchgeknallten Bürokraten entsprungen. Wenn Piranesi und Kafka sich verbündet hätten, wären dabei vielleicht ähnliche Bilder herausgekommen.

Die übrigens erst ab einer gewissen Größe den echten Gruseleffekt erzeugen: Die Kleinformate und Grafiken von Díaz Sosa sind zwar ebenso gekonnt gemacht, aber eine vergleichbare Tiefenwirkung entfalten sie nicht.

Von Jörg Worat

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