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Kultur „Ich kann dich gerade nicht hören“
Weltgeschehen Kultur „Ich kann dich gerade nicht hören“
14:36 20.11.2018
 Daniela Fromberg: Rollercoaster & Hobos, 2018. Quelle: Stefan Roigk
Hannover

Interessante Abwechslung, wenn‘s im Galeriebetrieb auch mal was auf/für die Ohren gibt: Die „Galerie vom Zufall und vom Glück“ präsentiert unter dem Titel „Ich kann dich gerade nicht hören“ Arbeiten der Klasse Klangkunst an der Braunschweiger Hochschule – die Stabführung übernahm mit Professor Ulrich Eller eine ausgewiesene Koryphäe auf diesem Gebiet. Im besten Fall sollten sich hier akustische und optische Reize ergänzen. Das ist sicherlich der Fall, wenn Matthias Ebel eine Kurve aus Trommeln aufbaut, die in Resonanz versetzt werden, indem eine Feedbackschleife ein Mikrophon über einem Lautsprecher speist. Rustikaler klingt‘s um die Ecke, wo Agnes Wojtas große Kugeln auf einem Laufband rumpeln lässt.

Putzig und gruslig

Die Balance zwischen putzig und gruslig ist bei den skelettierten Geräusch-Furbys von Jakob Gardemann nicht ganz leicht auszumachen. Eher philosophisch wiederum ist Johanna Altgaßens kleine Kabine angehaucht, wo man hinter einem Vorhang Fragen wie „Warum fühle ich mich nur frei, wenn ich alleine bin?“ lauschen und nachspüren kann.

Einfach eine interessantze Idee

Bei einigen Exponaten scheint die Idee interessanter als die Ausführung, auch liegt es in der Natur der Sache, dass sich hier auf begrenztem Raum immer wieder Geräuschkulissen in die Quere kommen, zumal insgesamt 15 Positionen ausgestellt sind. Von daher ist es eine willkommene Ergänzung, wenn in der unmittelbar benachbarten Galerie Kubus während der Laufzeit der Braunschweiger Schau zwei „Freispiele“ stattfinden, bei denen jeweils eine Künstlergruppe ein gemeinsames Projekt zeigt.

„Nischenbildung, Wucherung und Durchdringung“

Das aktuelle heißt „Habitat“, ist noch bis zum 25. November zu erleben und führt mit „Nischenbildung, Wucherung und Durchdringung“ einen vielleicht etwas verschwurbelt wirkenden Untertitel ins Feld. Der sich allerdings als durchaus berechtigt erweist: Das Quartett Pit Noack (Hannover), Claudia Hinsch (Hamburg), Daniela Fromberg und Stefan Roigk (beide Berlin) hat hier einen stimmigen Parcours aufgebaut, in dem etwa die Kabelanordnung die skulpturalen Elemente nachzeichnet und die organisch an- und abschwellende Sound-Kulisse den visuellen Eindrücken entspricht. Und es passt auch, dass Roigks Graphiken wie die Umsetzung von Klangereignissen wirken und somit an Kandinsky erinnern – der nämlich war Synästhetiker.

Von Jörg Worat

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