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Kultur Klimatische Einflüsse als Aspekt der Kunst
Weltgeschehen Kultur Klimatische Einflüsse als Aspekt der Kunst
13:06 05.12.2018
Blick in die Ausstellung von Delia Jürgens unter dem Titel „The future is but a second away“. Quelle: Delia Jürgens
Hannover Berlin

Vor einigen Wochen konnte man in der sogenannten Einblickshalle des Sprengel Museums sonderbare Dinge beobachten. Eine Frau war da mit sehr speziellen Aufbauten beschäftigt, hatte auch schon mal ein paar Heizplatten im Betrieb, auf denen große Töpfe standen. Doch Delia Jürgens plante kein Festmahl, zumindest keines im kulinarischen Sinne: Die langwierigen Vorbereitungen dienten der Ausstellung „The future is but a second away“ – die Künstlerin hat nämlich den alle zwei Jahre vergebenen und mit 12.500 Euro dotierten Sprengel-Preis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung bekommen.

Delia Jürgens, Jahrgang 1986, stammt aus Hannover, hat aber zusätzlich einen Wohnsitz in Los Angeles. Überhaupt ist sie international ausgerichtet, auf ihrer Liste stehen auch Ausstellungen in China, Japan und der kalifornischen Joshua Tree Wüste. Bei einem Rundgang durchs Sprengel Museum war bald klar, dass die aktuelle Schau in dem hohen Raum mit den großen Fensterscheiben direkt neben dem Eingang stattfinden sollte: „Hier verändern sich die klimatischen Bedingungen ständig. Diese Einflüsse sind ein Aspekt, der mich in meiner Arbeit besonders interessiert.“

Denn der Titel der Ausstellung ist nicht beliebig gewählt – vielleicht nicht gerade in jeder Sekunde sofort sichtbar, unterliegen diese Werke doch einem Wandlungsprozess. Die großen Paraf-
finplatten etwa, die mal horizontal und mal vertikal platziert sind, oder die Glasbehälter mit wasserspeichernden Kugeln, die eigentlich für Pflanzenlandschaften gedacht sind und hier per Verdunstung die Wände ihrer Umgebung mit variablen Mustern versehen.

Delia Jürgens versteht sich ausdrücklich nicht nur als Installationskünstlerin, sondern auch als Malerin. In der Tat haben die wächsernen Platten eine ausgeprägt malerische Wirkung, wie in anderer Form auch die für Jürgens typischen Schlafsäcke, die mit bearbeiteten Naturmustern aus dem Internet bedruckt sind – die Künstlerin durchforstet gern entsprechende Stockfoto-Datenbanken.

Die nun enthalten eher Gebrauchsbilder als edle Kunstfotografie, was aber zu Jürgens’ Vorgehen passt, stammen doch auch manche ihrer Materialien schlicht aus dem Baumarkt. Das Banale muss ja nicht unbedingt banal bleiben, wenn man es in neue Zusammenhänge stellt, und diese Kunst kann durchaus so etwas wie einen Zauber entwickeln. Abgesehen davon, dass sie sich eben verändert – das macht schon Lust, irgendwann einmal wiederzukommen und zu sehen, wie sich die Sache inzwischen entwickelt hat.

Informationen

Die Ausstellung wird bis zum 17. Februar im Sprengel Museum, Kurt-Schwitters-Platz, in Hannover gezeigt. Öffnungszeiten: dienstags, 10 bis 20 Uhr, mittwochs bis sonntags, 10 bis 18 Uhr.

Von Jörg Worat

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