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Kultur Ludwig van Beethovens weltberühmte 5. im Opernhaus Hannover
Weltgeschehen Kultur Ludwig van Beethovens weltberühmte 5. im Opernhaus Hannover
16:26 05.10.2017
Hannover

Ist es schwierig, zwischen diesen beiden Komponisten umzudenken? Für Generalmusikdirektor Ivan Repušic, der das Programm dirigieren wird, nicht: „Ludwig van Beethoven war für Richard Strauss ein großes Vorbild; Strauss schrieb seinem Freund Romain Rolland in einem Brief: ,Für mich ist das poetische Programm nichts weiter als der formbildende Anlass zum Ausdruck und zur rein musikalischen Entwicklung meiner Empfindungen – nicht, wie Sie glauben, nur eine musikalische Beschreibung gewisser Vorgänge des Lebens.“

Sowohl in thematischer als auch in formaler Hinsicht sieht Repušic zusätzliche Parallelen: „Alle Werke in diesem Programm verbindet eines: Schicksal und Tod. Somit stehen sie gedanklich auf einer Ebene. Und ein weiteres verbindendes Element sind die Tonarten: Alle Stücke beginnen in c-Moll! In zwei Fällen – Beethovens Fünfte und „Tod und Verklärung“ – findet eine Transformation hin zu C-Dur am Ende des Stückes statt. Auch die ,Vier letzten Lieder‘ beginnen in c-Moll; das letzte Lied ,Im Abendrot‘ steht in der Paralleltonart Es-Dur. Somit dienen die Tonarten hier als Klammer für den gesamten Konzertabend und betonen die Verwandtschaft der Stücke untereinander.“

Und wie nähert sich die Solistin des Abend, Sopran Kelly God aus dem hannoverschen Opernensemble, den so elementaren Inhalten der „Vier letzten Lieder“ an? „Themen wie Trauer, Abschied, Tod sind eine Gegebenheit, mit denen jeder umgehen muss. Der einer früher im Leben als der andere … Ich war acht Jahre alt, als mein Vater starb. Da bekommt man eine bestimmte Lebenserfahrung, die man auch in diese Lieder einfließen lassen kann. Ich glaube, je mehr Lebenserfahrung man hat, desto besser kann man das mit der Stimme und beim Singen ausdrücken.“

Von Jörg Worat