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Kultur Matinee-Reihen locken Kammermusikfreunde nach Hannover
Weltgeschehen Kultur Matinee-Reihen locken Kammermusikfreunde nach Hannover
13:05 21.05.2014
Hannover

Die in der kommenden Saison zwanzigjähriges Jubiläum feiernde Reihe der NDR-Matineen ist fast immer so gut wie ausverkauft, obgleich oder vielleicht gerade, weil hier fast nur Raritäten zu erleben sind. Die Reihe beginnt am 7. September mit einem fast rein amerikanischen Abend für Flöte, Cello, Kontrabass, Klavier und Schlagzeug. Auf dem Programm unter anderem Werke von Chick Corea und Leonard Bernstein. Am 1. Advent gibt es ein typisches Adventsprogramm mit Werken von Telemann, Quantz und anderen. Wenn am 8. Februar 2015 die NDR Philharmonic Brass und das Ensemble Blechdach spielen, dann gibt es ein Programm mit neueren, aber weitgehend leicht hörbaren Werken. Am 22. März ist das Jubiläumskonzert angesagt: Zu erwarten sind eher vertraute Klänge von Mozart und Tschaikowsky. Besonders gespannt sein darf man auf die beiden letzten Konzerte dieser immer um 11.30 Uhr beginnenden Reihe: Am 7. Juni wird nämlich die ungewöhnliche Bearbeitung der letzten Schostakowitsch-Sinfonie für Klaviertrio plus vier Schlagzeuger angekündigt. Einen Monat später widmet sich die Reihe dem Liedgesang mit einer Begleitung, die mehr Instrumente verlangt als nur ein Klavier. Franz Schuberts „Hirt auf dem Felsen“ für Gesang, Klarinette und Klavier wird wohl ein Höhepunkt dieser Reihe werden. Neben weiteren Stücken von Schubert stehen noch Werke von Spohr und Karg-Elert auf dem Programm.

Auch die Kammerkonzerte des Staatsopernorchesters bieten manch Rarität. Diese Matineen finden jeweils um 11 Uhr im Gebäude der VGH-Versicherung statt. Zum Saisonstart am 5. Oktober gibt es einen Morgen nur mit Richard Strauss, vier Wochen später lockt die ungewöhnliche Formation von vier Tuben, am 8. Februar Kammermusik mit Oboe und ihrer kaum bekannten tieferen Variante, dem Heckelphon. Am 7. Juni geben sich mal wieder die hervorragenden Schlagzeuger des Orchesters die Ehre und spielen zusammen mit einer Flötistin ein Programm vom populären Vittorio Monti bis zum Zeitgenossen Toru Takamitsu. Einen Monat vorher gibt es im Rahmen der Reihe „Klangbrücken“ Olivier Messiaens bekanntestes Stück zu hören, sein „Quartuor pour la fin du temps“. Lediglich die beiden Konzerte am 11. Januar und am 12. April bieten sozusagen konventionelle, aber durchaus reizvolle Programme. Im ersten Konzert gibt es jeweils eines der großen Streichquartette von Beethoven und Schubert zu hören, im zweiten Konzert Bläsermusik von Brahms, Beethoven und anderen. Beide Matinee-Reihen dürften für Klassikfreunde sehr verlockend sein.

Von Reinald Hanke