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Kultur Max Slevogt: Retrospektive zum 150.
Weltgeschehen Kultur Max Slevogt: Retrospektive zum 150.
16:39 27.09.2018
Max Slevogt, Papageienmann - Öl auf Leinwand. Quelle: Ursula Bohnhorst
HANNOVER MESSE

Ein Gemälde von einem Kätzchen im Korb. Eine Lithographie vom geköpften Macbeth. Der „Papagaienmann“ posiert mit seinen buntgefiederten Vögeln. Ein Ritter geht einer nackten Frau an die Gurgel. Landschaften, Porträts, Stillleben – diese Ausstellung strotzt nur so vor unterschiedlichen Motiven, und wer glaubt, das Werk von Max Slevogt (1868–1932) einigermaßen sicher einordnen zu können, wird durch die gestern eröffnete Retro­spektive im hannoverschen Landesmuseum eines Besseren belehrt.

150 Exponate zum 150. Geburtstag: So lautet die Devise, und gleichberechtigt stehen neben den Gemälden, darunter sämtliche 28 aus dem eigenen Haus, die Graphiken, die mit drei Ausnahmen den Beständen des Landesmuseums entnommen sind.

Bei diesem Rundumschlag wird deutlich, dass man Slevogt mit Schubladendenken nicht gerecht wird und dass er sich neben den berühmteren Kollegen Max Liebermann und Lovis Corinth keineswegs zu verstecken braucht. Schon die gängige Einordnung als Impressionist erweist sich über weite Strecken als fragwürdig: „Mir ist sehr wichtig, den doppelten Blick des Künstlers zu zeigen“, betont demzufolge Ausstellungskurator Thomas Andratschke. „Es gibt natürlich zahlreiche Arbeiten, bei denen er von seinen Eindrücken ausgegangen ist. Aber vieles ist eben auch eindeutig in seinem Kopf entstanden, und dann sind wir nicht beim Im-, sondern eher beim Expressionismus.“

Die Auswahl ist nicht durchgehend exotisch: Dass sich eine Abteilung etwa Slevogts Begeisterung für den portugiesischen Bariton Francisco d’Andrade und dessen Paraderolle als „Don Giovanni“ widmet, war zu erwarten. Musikalische Motive durchziehen dieses Werk ohnehin, so hat der Künstler, der selbst ein fähiger Sänger und Pianist gewesen sein soll, Illustrationen zur „Zauberflöte“ geschaffen.

Für manche Besucher dürfte indes einigermaßen neu sein, dass Slevogt auch regelmäßig Gewaltdarstellungen geschaffen hat, die recht drastisch werden können; eine Lithographie von verstümmelten Körpern aus dem Kriegsjahr 1917 etwa erinnert in ihrer Intensität an Goya. Zur gleichen Zeit schuf Slevogt eine besonders bizarre Graphik, den „Selbstmordautomaten“: Auf diesem Blatt sind zwei Herren gerade dabei, sich nach Münzeinwurf von einer Pistolen-Mechanik niederstrecken zu lassen – ein bitterböser Kommentar zur weit verbreiteten Begeisterung für den 1. Weltkrieg, der weite Gesellschaftskreise, auch und gerade diejenigen der Künstler und Intellektuellen, ergriffen hatte.

Wer dann wieder Erholung braucht, erfreut sich an den Bildern aus dem Frankfurter Zoo, die nun tatsächlich einen impressionistischen Touch haben. Und nicht entgehen lassen sollte man sich die „Gelegenheitsarbeiten“, die den Abschluss der Schau bilden und oft genug Slevogts schrägen Humor zeigen: Seiner Illustration einer Speisekarte zufolge erwartete die Schlemmer beispielsweise als Dessert ein gefrorenes Mammut.

Von Jörg Worat

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