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Kultur Meisterhafte und mitreißende Musikphilosophie
Weltgeschehen Kultur Meisterhafte und mitreißende Musikphilosophie
12:42 05.03.2018
Hannover

Gewiss, die 15-köpfige Gruppe, in der auch drei Frauen mitwirken, hat eine beeindruckende Physis. Die braucht sie auch, vor allem, wenn es die gigantische, waagerecht aufgebockte „O-daiko“-Trommel mit Riesenschlegeln zu bearbeiten gilt. Mindestens ebenso entscheidend ist hier aber die geistige Bereitschaft, die Fähigkeit zu extremer Konzentration.

Das heißt noch lange nicht, dass man einer esoterischen Übung beiwohnt. Das Eröffnungsstück „Kei Kei“ etwa, vom kompletten Ensemble dargeboten, ist gut verdaulich, hat fast so etwas wie einen jazzigen Einschlag. Und ein Trio mit eigens für „Kodo“ entwickelten Umhängetrommeln, deren Felle auf beiden Seiten unterschiedliche Stimmungen aufweisen, wirkt schlichtweg mitreißend. Etwas exotischer kommt „Color“ daher, die erste Nummer nach der Pause: Kleine Bodentrommeln werden auch mit Händen oder Glocken angeschlagen, dazu kommen perkussive Einsätze der Stimmen.

Punktuell wird der Abend schon sehr laut, die Musiker beherrschen aber auch, unabhängig von der Größe der Instrumente, die ganz leisen Töne. Es gibt ein paar zarte Flötenklänge, und einmal wird ein fast choralartiger Gesang angestimmt, so präzise wie alles in dieser Vorstellung. Wer auf Showeffekte gewartet oder sogar gehofft hat, wird enttäuscht: keine exotischen Kostüme, keine Kampftänze, eine unaufdringliche Lichtregie.

Der Höhepunkt kommt am Schluss. „Rasen“ heißt das Stück, übersetzt „Spirale“, und in der Tat erzeugen da acht Männer an unterschiedlichen Trommeln einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Jeder hat hier seinen Platz, jeder ist und bleibt ein Individuum, aber es gibt keinen Star, einzig das Kollektiv zählt – wie sich die Akzente zwischen den Musikern immer wieder neu verschieben, ohne dass der durchgehende Puls auch nur eine Sekunde lang aufgegeben wird, ist meisterhaft, erst recht angesichts der beträchtlichen Länge des Stücks.

So mancher westliche Drummer sollte vielleicht das eine oder andere „Kodo“-Konzert besuchen. Hier gibt es etwas zu lernen. Und für das Publikum etwas zu feiern: großer Jubel, verbreitet stehende Ovationen.

Von Jörg Worat

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