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Kultur „Memento mori“ für Mensch und Natur im Kubus Hannover
Weltgeschehen Kultur „Memento mori“ für Mensch und Natur im Kubus Hannover
13:28 02.07.2014
„So ist hier die Stille“ heißt die Natur-Skulptur von Peter Groß. Quelle: Klaus Zimmer
Hannover

Der in Liegnitz geborene Peter Groß hat den Ausstellungstitel in Bezug auf Umweltfragen interpretiert. Seine grafischen Kompositionen mit Collagen „Jetzt brauchen sie uns nicht mehr“, die Wandobjekte, schwarze Silhouetten in vegetativen Formen, Baumrinden ähnlich, die mit Spezialfarbe getränkt, rückseitig aufleuchten. Auch Pressefotografien, mit grobem Zeitungsraster, erinnern an Orkan- und Umweltschäden, bestätigen unser Ausgeliefertsein. Und die Bodenskulpturen, weiß gestrichene Äste und Zweige, teilweise mit Wundbinden versehen, sollen auf unsere versehrte Umwelt hinweisen.

Auch Norbert Fleischer, geboren in Hamburg, sagt über seine Arbeiten: „Meine Verzweiflung über die Unmöglichkeit die Welt zu verstehen und zu erfassen, macht mich trotzig. Und der Trotz verwandelt sich in Ironie. Das versuche ich in meinen Bildern, Zeichnungen und Objekten zum Ausdruck zu bringen.“ In der Tat, man wird nachdenklich beim Vertiefen in die Abbildungen und Texte auf den großen Leinwänden und vor der Serie der kleinformatigen Wandbilder, mit den bedrückend-anklagenden Grafiken und Collagen.

Fleischers Bodenskulptur „Victims“, amputierte und bandagierte weiße Gliedmaßen: ein deutlicher Fingerzeig auf das „memento mori“, Erinnerung an den Tod, auch als immer wiederkehrendes Thema in der Kunst, sei es als „danse macabre“ oder Alfred Rethels „Auch ein Totentanz.“ Wir sind hier im Kubus umgeben von einer Kunst, die das Gegenständliche nur noch für die Aussage einbringt, wie etwa das Bild von Picassos „Die Weinende“, in der es auch nur auf die Darstellung des Weinens ankommt.

Peter Groß und Norbert Fleischer wollen mit diesen Arbeiten ihre Kräfte und Möglichkeiten des Innern in das Bewusstsein des aufmerksamen Betrachters versetzen. Zu sehen in der Städtischen Galerie Kubus bis 27. Juli, Dienstag bis Freitag, 11 bis 18 Uhr, Sonnabend und Sonntag, 11 bis 16 Uhr.

Von Klaus Zimmer