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Kultur Mit Schönheitsfehlern: Händels "Messias" als Mitsingkonzert
Weltgeschehen Kultur Mit Schönheitsfehlern: Händels "Messias" als Mitsingkonzert
16:26 12.06.2017
Hannover

Manze hat ein sehr gutes Händchen für die Musik Händels. Er genießt geradezu jede Innerlichkeit, ohne ins Sentimentale abzugleiten. Das erste Accompangato war beispielsweise von einer Eindringlichkeit wie man es selten erlebt. Manze lässt aber auch klangliches Strahlen und Triumphieren zu, ohne dass falsches Pathos stören würde. Und er nimmt eben all seine Musiker, Chorsänger und auffallend gute Solisten – besonders beeindruckend der Tenor James Oxley – so mit in seine musikalische Welt, dass das klangliche Ergebnis nachgerade überrumpelnd wirkt.

Trotzdem hat die Aufführung auch Schwächen, denn Teile des Mitsingchors geraten immer wieder ins Rotieren. Das ist natürlich kein Wunder, ist doch der Chorpart alles andere als einfach. Letztlich war es gerade für diese Mitsänger sicher eine Sache, die viel Spaß gemacht und Lust auf mehr hervorgerufen hat: Insgesamt ein gelungener Auftakt der Chortage. Jedoch müssen sich die Verantwortlichen Gedanken machen, wie es mit den Konzertsälen der Stadt weitergehen soll. Der NDR-Saal erwies sich einmal mehr als akustisch problematisch. Der Kuppelsaal ist es sowieso. Kaum eine deutsche Stadt vergleichbarer Größe hat eine so schlechte Konzertsaalsituation wie Hannover. Da muss bald was geschehen.

Von Reinald Hanke