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Kultur NDR Radiophilharmonie mit Dirigentin Xian Zhang und Denis Kozhukhin als Solist
Weltgeschehen Kultur NDR Radiophilharmonie mit Dirigentin Xian Zhang und Denis Kozhukhin als Solist
13:36 18.05.2018
Die chinesische Chefdirigentin des New Jersey Symphony Orchestra, Xian Zhang, war in Hannover gemeinsam mit der NDR Radiophilharmonie zu erleben – hier bei der Generalprobe. Quelle: NDR, Amrei Flechsig
Hannover

Mit weit ausholenden Bewegungen stürzte sie sich zum Auftakt in Sergei Rachmaninows „Vocalise“, sodass man Angst haben konnte, ob der-artiges Temperament nicht früher oder später zu Konditionsproblemen führen müsse – im weiteren Verlauf stellt sich jedoch heraus, dass Xian Zhang bei Bedarf auch die Kunst der Zurückhaltung pflegt.

Ein stimmungsvoller Einstieg, auf den mit dem 2. Klavierkonzert von Camille Saint-Saëns ein streckenweise schon fast aberwitziger Ritt durch unterschiedliche Stilrichtungen folgte – nicht zu Unrecht haben die Experten ja gerne angemerkt, dass den Werken dieses Komponisten kaum so etwas wie ein klar definierbarer Charakter zu entnehmen sei. Geriet Solist Denis Kozhukhin die einleitende Kadenz noch etwas diffus, ließ er spätestens ab dem Scherzo um so mehr die Funken sprühen – munter sprangen die Bälle zwischen dem Klavier und den diversen Instrumentengruppen hin und her. Punktuell bekam der Vortrag etwas angenehm Überkandideltes, was recht nahtlos ins finale Presto übernommen wurde, freilich stets mit dem Gespür dafür, wann eine Grenze besser nicht überschritten werden sollte – die Klaviertriller im Mittelteil des Schlusssatzes wusste Xian Zhang im Orchester abzufedern, um die letzten Takte später wieder mit Volldampf zu servieren.

Viel Beifall. Schön, dass Kozhukhin bei der Zugabe auf weitere Kostproben seiner Begabung in Sachen Virtuosität verzichtete und stattdessen mit einem sehr zart, aber unkitschig vorgebrachten Brahms-Intermezzo ganz andere Nuancen ins Spiel brachte.

Nach der Pause stellte Sergej Prokofjews 6. Symphonie eine Herausforderung für die Interpreten dar. Wie geht man mit einem Werk um, das der Komponist in der Nachkriegszeit unter den misstrauischen Augen der Sowjetbürokratie schrieb und in dem er nicht selten das ebenso probate wie riskante Mittel der Überzeichnung einsetzte? Das geriet anfangs etwas zäh, die rechte Balance fand das Orchester gegen Ende des 2. Satzes, um den 3. desto überzeugender und mit einer Menge tiefgründigem Schmiss zu servieren.

Kein perfektes Konzert, aber ein überdurchschnittlich spannendes.

Von Jörg Worat

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