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Kultur Originelle Ausstellungen für jeden Geschmack
Weltgeschehen Kultur Originelle Ausstellungen für jeden Geschmack
13:07 15.01.2014
„Weiblicher Akt in einer Ranke“ von Carl Julius Milde wird in der - Ausstellung „Verwandlung der Welt – Die romantische Arabeske“ zu sehen sein. Quelle: Engelbert Seehuber
Hamburg

Am 21. Februar fällt der Startschuss für die Doppelschau „Feuerbachs Musen – Lagerfelds Models“, die sich der Annäherung an antike Schönheitsideale widmet. Den Gemälden von Anselm Feuerbach (1829–1880), einer zentralen Figur in der zweiten Generation der sogenannten Deutschrömer, werden rund sechzig speziell für die Ausstellung geschaffene Schwarz-Weiß-Fotografien aus der Hand von Karl Lagerfeld gegenübergestellt.

Ebenfalls bis zum 15. Juni läuft die Präsentation „Verwandlung der Welt – Die romantische Arabeske“, die allerdings erst am 21. März eröffnet wird. Das vielfältig verschlungene Formenspiel der Arabeske kennt man aus der bildenden Kunst wie auch als literarischen Begriff; entsprechend sollen beide Bereiche zu ihrem Recht kommen, neben Gemälden und Zeichnungen auch Bücher gezeigt werden. Im Mittelpunkt von alledem steht das Schaffen von Philipp Otto Runge (1777-1810), dessen fantastische Darstellungen schon mal die Grenzen zwischen Surrealismus und Hyperkitsch ausloten.

Nicht nur für Frankophile dürfte die Ausstellung „C’est la vie. Das Paris von Daumier und Toulouse-Lautrec“ geeignet sein, die vom 16. Mai bis 3. August dauert und zwei französische Großmeister des 19. Jahrhunderts vor allem mit Lithographien vorstellen wird. Darüber hinaus sind aber auch Zeichnungen sowie Gemälde vertreten, und insgesamt steht wohl eine Menge Esprit zu erwarten. Historische Filmsequenzen und Fotografien aus Paris runden die Schau ab.

Die Triptychen, die Selbstporträts, die Meeresbilder: In Sachen Max Beckmann (1884–1950) ist so ziemlich jedes Thema schon mehr oder minder ausführlich behandelt worden. Rätselhafterweise mit Ausnahme der Stillleben, und diese Lücke möchte die Kunsthalle mit einer großen Ausstellung vom 5. September bis zum 18. Januar 2015 füllen. Die Werke aus mehreren Jahrzehnten zeigen Beckmanns typisch kraftvollen Strich und seine oft mehrdeutigen Arrangements. Still sind diese Stillleben keineswegs immer und ebenso wenig puristisch – wenn dem Künstler danach zumute war, schmuggelte er schon mal eine menschliche Gestalt in die Komposition.

Das Jahr 2014 soll für die Hamburger Kunsthalle übrigens nicht nur in ausstellungstechnischer Hinsicht etwas ganz Besonderes werden: Ab Herbst ist eine millionenschwere Modernisierung des Hauses geplant, die Ende 2015 abgeschlossen sein soll. Die Kunsthalle bleibt derweil geöffnet, lediglich einige Gebäudeteile sind dann zwischenzeitlich nicht mehr zugänglich.

Von Jörg Worat