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Kultur Patrick Hahn: Youngster am Dirigentenpult
Weltgeschehen Kultur Patrick Hahn: Youngster am Dirigentenpult
08:32 03.07.2018
Patrick Hahn ist der Shootingstar der internationalen Dirigentenszene. Foto: Peter Purgar/Tiroler Festspiele Erl Quelle: Peter Purgar
Erl

Die Spezialität, zumindest ihr Name, erinnert an die Zeit, als sich das österreichische Kaiserreich bis nach Oberitalien erstreckte. Dort heißt ein Omelett «frittata» und ist etwas ganz Gewöhnliches, ein Allerweltsgericht.Eine Oper, die nach so einer Suppe benannt ist, ist weniger alltäglich. Geschrieben hat sie der junge österreichische Dirigent, Komponist und Chansonnier Patrick Hahn, ein Shootingstar der internationalen Dirigentenszene. Gustav Kuhn, Leiter der Tiroler Festspiele in Erl bei Kufstein, nennt ihn «ein ganz großes Talent» und hat den 22-jährigen unter seine Fittiche genommen.Zur Eröffnung der diesjährigen Erler Festspiele am 5. Juli spielt er den Finalsatz aus der 1. Symphonie des britischen Komponisten Cyril Scott, zwei Wochen später ein Programm mit Brahms und vier eigenen Werken - und in der Erler Wintersaison 2018/2019 soll er im futuristischen Festspielhaus seine erste (richtige) Oper dirigieren, nicht die «Frittatensuppe», sondern die Opern-Farce «L'occasione fa il ladro» von Gioacchino Rossini.Wer dem Dirigenten beim Proben zusieht, hat nicht den Eindruck, es mit einem unerfahrenen Youngster zu tun zu haben. Er schlägt klar, manchmal energisch, unterbricht immer wieder, um an Übergängen oder Steigerungen zu feilen. Von Zeit zu Zeit plärrt Kuhn dazwischen: «Wenn Du arbeitest, musst Du auch auf die Zeit achten, es ist bald Pause», sagt der Maestro. «Meine Uhr ist kaputt», entschuldigt sich Hahn wenig überzeugend, um die Probe erst einmal weiter laufen zu lassen.Hahn stammt aus einem Elternhaus, das mit Musik wenig zu tun hatte. «Dass meine Eltern von diesem Metier nichts verstehen, ist vielleicht gut. Sonst hätten sie womöglich Skrupel gehabt und mich nicht einfach machen lassen», sagt Hahn. Erstmals mit klassischer Musik in Berührung kam er im Schulchor und bei den Grazer Kapellknaben. Er war Knabensolist und trat als einer der «drei Knaben» in Mozarts «Zauberflöte» auf. Während einer Pause dieser Oper entstand die Idee zur «Frittatensuppe». Nach dem Abitur absolvierte Hahn ein Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, das er 2017 im Alter von nur 21 Jahren mit dem Master of Arts abschloss.Seine Karriere als Dirigent hatte da schon Fahrt aufgenommen. 2014 debütierte er an der Ungarischen Staatsoper in Budapest, 2017 mit einer viel beachteten Kinderoper bei den Münchner Opernfestspielen. Auch die Münchner Philharmoniker sowie das Luzerner Sinfonieorchester hatten ihn schon zu Gast.In Meisterkursen vervollkommnete er seine Technik, etwa bei Bernard Haitink. «Der braucht nur ganz sacht den Taktstock zu heben, schon explodiert das Orchester», erinnert sich Hahn an den niederländischen Altmeister. Die berühmt-berüchtigte Kapellmeister-«Ochsentour» als Mädchen-für-alles an zunächst kleineren Theatern und Opernhäusern komme für ihn aufgrund vieler Engagements derzeit nicht in Frage.«Da kommt man schnell auf eine bestimmte Schiene, von der man dann nur noch schwer herunterkommt.» Hahn will sich am freien Markt behaupten, wobei ihm die renommierte Londoner Künstleragentur HarrisonParrot zur Seite steht, bei der auch Größen wie der Pianist Maurizio Pollini und die Dirigenten Kent Nagano und Paavo Järvi sowie Gustav Kuhn unter Vertrag stehen.Dabei hat er noch weitaus mehr zu bieten als ein Talent zur Orchesterleitung und zum Komponieren. Er tritt regelmäßig als Chansonnier mit Songs von Georg Kreisler auf, wobei er sich selbst am Klavier begleitet. «Tauben vergiften für Fortgeschrittene» lautet der Titel seines letzten Programms. Selbst Musik schreiben will er zunächst nur noch nebenher, als Hobby gewissermaßen.Das Libretto der «Frittatensuppe» hatte es übrigens in sich. Es ging, kurz gesagt, um eine Art Liebestod mit Hilfe einer vergifteten Frittatensuppe. «Wir wollten alles, was eine Oper ausmacht, Liebe, Verrat, Tod, Eifersucht», sagt Hahn und grinst. Und was wäre eine echte Oper ohne einen hinterlistigen Mord?

Von Georg Etscheit, dpa

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