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Kultur „Processing ... Fashion“ zeigt in Hannover Methoden des Modemachens
Weltgeschehen Kultur „Processing ... Fashion“ zeigt in Hannover Methoden des Modemachens
18:16 06.11.2017
Einen tiefen Einblick in das Modemachen bietet die Ausstellung„Processing ... Fashion!“ in der „Galerie vom Zufall und vom Glück“.
Hannover

Und die Schau bietet in der Tat einen tiefen Einblick in das Modemachen, vor allem auch einen sinnlichen – von akademischer Trockenheit kann hier keine Rede sein. Die Fülle an originellen Ideen bei dieser Präsentation wirkt dadurch noch beeindruckender, dass die Örtlichkeit nicht gerade gigantisch viel Platz bietet. Sämtliche Jahrgänge von den Anfängern bis hin zu Absolventen hatten die Möglichkeit zur Ausstellungsbeteiligung.

In der oberen Etage finden sich, malerisch unordentlich gestapelt, jede Menge Kartons, deren Deckel Entwurfszeichnungen zieren. Um die Ecke gibt es Material zu einem Projekt, das um die Punk-Ästhetik kreist und die delikate Farbe Pink in den Vordergrund stellt. Und ein voll beladener Wagen samt Strickmaschine ist zu bewundern: Mit diesem Gefährt juckeln die Studierenden durch die Straßen, um ihr Schaffen den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes näherzubringen.

Ab geht‘s nach unten, vorbei an Vitrinen, in denen anhand von geschälten Mandarinen Schnittformen sichtbar gemacht werden. Shirin Paul führt vor, dass auch der Computer beim Durchspielen modischer Ansätze von großem Nutzen sein kann, und klappt dann ein dickes Buch auf: „Hier ging es um Übungen zu den Möglichkeiten, Stoffe ganz anders zu behandeln als gewohnt.“ Zum Beispiel, indem Lochmuster in Polyester gebrannt werden, Haarspray zum Einsatz kommt oder der Stoff eine Verbindung mit echtem Laub eingeht.

Überall gibt es hier etwas zum Anfassen, teils auch zum Anprobieren, und wer die eigene Kreativität ausleben will, ist ebenfalls an der richtigen Adresse: Heute um 15 Uhr läuft ein Workshop zum Thema „Upcycling“. Morgen wiederum findet zur gleichen Uhrzeit eine Veranstaltung unter dem Motto „Modedesign: Wie geht das?“ statt, inklusive Studien- und Mappenberatung. Für den 10. und 15. November ist, jeweils um 19 Uhr, ein Talk mit lokalen und internationalen Designern angesetzt. Und am 17. November, zwei Tage vor Ausstellungsende, kann man bei einer vorgezogenen Finissage ebenfalls um 19 Uhr das erleben, was bei diesem Thema nun einmal dazugehört: eine Modenschau.

Von Jörg Worat