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Kultur Projekt „Ballenernte“ ein Vorgeschmack auf KunstFestSpiele
Weltgeschehen Kultur Projekt „Ballenernte“ ein Vorgeschmack auf KunstFestSpiele
17:09 22.05.2015
Für sein Projekt „Ballenernte“ lässt Michael Beutler in Herrenhausen farbige Trinkhalme zu Ballen pressen, entsprechend den - ländlichen Vorbildern aus Stroh. Quelle: Helge Krueckeberg
Hannover

Gleichsam ein Vorgeschmack auf die „KunstFestSpiele Herrenhausen“: Die beginnen zwar eigentlich erst am 29. Mai, Beutlers Installation soll aber schon ab heute zu sehen sein. Und nicht nur das: „Auf den Ballen kann man sich auch ausruhen oder herumturnen“, erläutert Beutler. „Wir haben die Aktion schon in München und Bad Driburg gemacht, dabei alles erlebt, von spielenden Kindern bis zu Leuten, die darauf ihren Rausch ausgeschlafen haben.“

Man kann hier durchaus von Recycling-Kunst sprechen. Dazu bedarf es der Erntehelfer, was übrigens die offizielle Bezeichnung ist: freiwillige Helfer, die in akribischer Feinarbeit die alten Ballen auseinanderfriemeln und im Austausch mit dem Künstler zu neuen Kombinationen zusammenlegen. Möglichst ortsbezogen – da der Herrenhäuser Garten ja eine recht ordentlich konzipierte Angelegenheit ist, sind auch die Farbmischungen der Strohhalm-Objekte diesmal nicht gar zu kakelig ausgefallen.

In Hannover waren zwei Gruppen von Erntehelfern zugange, einmal Einzelpersonen, die sich nicht kannten, einmal eine internationale Gruppe von der Continental AG. Beutler hat unterschiedliche Arbeitsweisen beobachtet: „Die von der Conti mehr als Team, bei den Anderen eher eine Aufsplitterung – manche sehr zurückhaltend, manche gleich zupackend. Bei denen merkte man, dass die sonst den ganzen Tag mit dem Rechen in ihrem Garten stehen.“

Die fertigen Ballen werden zu Paaren zusammengebunden, damit nicht irgendwelche Scherzbolde die Objekte in der Gegend herumrollen. Ursprünglich waren es 40, doch in Hannover ist ein gewisser Schwund eingetreten. Denn zum Auftakt stimmten die Einstellungen der hier verwendeten Bündelmaschine noch nicht so ganz, mit der Ergebnis, dass der erste Ballen teilweise verschmorte und der zweite im wahrsten Sinne des Wortes schief gewickelt herauskam. Auch das Kunstschaffen kann eben mit Versuch und Irrtum zu tun haben.

Von Jörg Worat