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Kultur „Rajaton“ zu Gast bei der A-cappella-Woche in Hannover
Weltgeschehen Kultur „Rajaton“ zu Gast bei der A-cappella-Woche in Hannover
12:26 06.05.2014
Hannover

Natürlich sind die Erwartungen hoch. Man muss wohl sagen, zu hoch, denn zu erleben war ein gutes Konzert, aber kein überragendes. Ein Unding, das nicht vom Veranstalter zu verantworten ist: Vorab wurde übelriechende Luft aus der Klimaanlage ins Publikum geblasen. Wer dann noch links außen gesessen hatte, der musste damit leben, dass die eigentlich gute Akustik des Raumes wegen der mittelmäßigen elektronischen Verstärkung problematisch wurde. Da dröhnten die Bässe fast so stark, dass man sich immer wieder die Ohren zuhalten musste. Insgesamt war die Aussteuerung und Balance zwischen den Stimmen nicht annähernd so gut wie zwei Tage vorher bei den Swingle Singers.

Rajaton kam anfangs nur schleppend und mit gespielter Lockerheit in Schwung. Gut gemacht war zwar von Anfang bis Ende jedes Stück, aber zwischen gut und begeisternd ist eben noch ein beträchtlicher Unterschied. Im zweiten Teil drehte Rajaton dann so auf, wie man sich das von Anfang an erhofft hatte. Nun gab es nicht nur einzelne beeindruckende Nummern wie im ersten Teil, sondern es folgte ein Höhepunkt dem nächsten. Gleich, ob Volkslied oder Kinderlied, ob Popsong oder Jazznummer, ob eher in sich gekehrte Klangmalerei oder rhythmisch geprägte Nummer, nun zeigten die Finnen, was sie drauf haben. Dazu kam noch, dass Rajaton mit einer sympathisch natürlichen Ausstrahlung punktete und ein gutes Gespür fürs Publikum bewies, auf dieses eingeht, ohne sich anzubiedern und so bestens ankommt.

An diesem Abend ist niemand mit schlechter Laune nach Hause gegangen. Nachhaltig allerdings wirkt die A-cappella-Woche als Festival aber spürbar hinein in die Stadt und die Region. Das Festival setzt nämlich nicht nur durch die Konzerte Impulse, sondern auch durch die Workshops, die örtliche Gruppierungen beflügeln und dazu führen, dass auch außerhalb dieses Festivals gemeinsames Singen im Großraum Hannover besonders groß geschrieben wird. Dieses Verdienst des Festivals kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. So freut sich eine ganze Stadt auf das nächste Festival 2015.

Von Reinald Hanke