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Kultur „Rausch“ zerfällt in Einzelteile
Weltgeschehen Kultur „Rausch“ zerfällt in Einzelteile
12:28 05.04.2018
Robert Stadlober, Jacqueline Macaulay, Roger Seimetz und Maria Gräfe (von links) spielen im Stück „Rausch“ nach August Strindbergim Gastspiel der Ruhrfestspiele Recklinghausen mit dem Théâtre National du Luxembourg und dem Schauspiel Hannover. Quelle: Birgit Hupfeld
Hannover

Das Stück, dessen Originaltitel übersetzt „Verbrechen und Verbrechen“ lautet, trägt deutlich autobiographische Züge. Es handelt vom Schriftsteller Maurice, der in der Nacht seines größten Premierenerfolgs über einer fiebrigen Affäre Frau und Kind vergisst. Als die Tochter unmittelbar darauf stirbt, steht Maurice in der öffentlichen Meinung als Mörder dar. Am Ende stellt sich heraus, dass die Kleine einer Krankheit erlegen ist, und alles löst sich mehr oder minder in Wohlgefallen auf – wohl vor allem deshalb hat Strindberg, Ironie hin oder her, seinen Text als „Komödie“ bezeichnet.

Ein bisschen eigenartig ist dieser Stoff schon, doch darf man von einem Regisseur erwarten, dass er sich um die Entwicklung eines Gesamtzu-sammenhangs bemüht, zumindest so etwas wie eine Haltung erkennen lässt. Eben daran aber mangelt es in Frank Hoffmanns Inszenierung ganz erheblich: Einige wenige Szenen gelingen, viele nicht, und inhaltlich wie formal zerfällt der immerhin gut 90-minütige, pausenlose Abend alsbald in Einzelteile.

Mal gibt es Durcheinandergepurzel und anderen Slapstick der eher schlicht gestrickten Art, mal befremdlich hohles Pathos Zuweilen verfallen die Akteure in körperbetonte Aktionen, an einer Stelle gibt es einen erhitzten Dialog mitten zwischen den Zuschauern, und kaum einmal werden die Gründe für solches Gebaren ersichtlich.

Dabei sind hier renommierte Darsteller am Werk. Es nützt nichts: Robert Stadlober gibt den Maurice mit quäkiger Diktion als hyperaktiven Schwächling, Wolfram Koch („Tatort“) hängt mit seine Doppelrolle letztlich in der Luft, obwohl er dem kurzberockten Abbé eine Prise echter Komik verleiht und dem Kommissar eine nicht uninteressante leichte Entrücktheit. Die größte Tiefenwirkung entfaltet noch Jacqueline Macaulay, die als flüchtige Geliebte zugleich mondän und vulgär rüberkommt.

Die vereinzelten Glanzlichter ändern allerdings nichts daran, dass der Abend unter dem Strich mehr als einmal an der Grenze zum theatralen Super-GAU balanciert: Was nämlich kann Schlimmeres passieren, als dass die Figuren für den Zuschauer schlichtweg uninteressant werden und man sich mit niemandem so recht identifizieren mag?

Von Jörg Worat

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