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Kultur Ricardo Saro setzt auf Sprache der Farbe
Weltgeschehen Kultur Ricardo Saro setzt auf Sprache der Farbe
12:24 24.02.2014
Ricardo Saro baut seine Bilder mit Ölfarbe Schicht auf Schicht auf, und setzt dabei ganz auf die Sprache einer Farbe. Quelle: Patrice Kunte
Hannover

Seit ihrem Entstehen wird diese als abstrakt bezeichnete Malweise mit den unterschiedlichsten Etiketten versehen. Der Maler und Kunsttheoretiker Theo van Doesburg (1883–1931) etwa bezeichnete sie als „konkrete Malerei“, weil nichts konkreter sei, nichts realer als eine Linie, als eine Farbe, als eine Fläche.

Ricardo Saro baut, wie er sagt, seine Bilder wie ein Architekt Schicht auf Schicht – mit Ölfarbe – übereinander und jede spricht mit. Er gehört zu den Künstlern, die ganz auf die Sprache einer Farbe setzen, die der Welt der Dinge den Rücken zukehren, um selbst Ding zu werden: „Für das jeweilige Bild habe ich zunächst eine ungefähre Vorstellung, wie die Farbe aussehen könnte, wie sie erscheinen soll. Im Grunde entsteht die Farbe jedoch erst auf dem Bild. Ich kann sie nicht vorher bestimmen.“

Ungewöhnlich für den Kenner der Arbeiten Saros, ist die total veränderte Handschrift seiner neuen Bilder. Während sich früher die monochrom wirkenden und klar gegliederten Farbfelder bei längerer Betrachtung scheinbar auflösten und zu einer Vielfalt der Farberscheinungen gelangten, geht der Maler heute den „umgekehrten Weg“, wie er sagt. Mit dem Ausstellungstitel „Blush“ will er auch darauf hindeuten, dass mit „Erröten“ das Prozesshafte, sich ständig Wandelnde, gemeint sei. Auf den Leinwänden ist ein sehr lebendiger Dialog entstanden, mit den – fast impressionistisch –aufgesetzten Farbflecken: ein virtuoses Spiel musikalischer Klänge, Kompositionen mal in Dur mal in Moll, mit dem gesamten „Orchester“.

Ricardo Saro ist 1947 in Santander (Spanien) geboren. Er studierte zunächst Bildhauerei bei Helmut Rogge an der Werkkunstschule Hannover. Seinen Neigungen folgend widmete er sich dann gänzlich der Malerei, mit dem Studium an der Hochschule in Berlin, als Meisterschüler bei Professor Johannes Geccelli und letztlich von 1996 bis 1998 als „artist in residence“ an der Universität Witten-Herdecke. Saro wurde unter anderem 1993 mit dem Sprengelpreis für Bildende Kunst ausgezeichnet und erhielt das Niedersächsische Künstlerstipendium. Der Maler lebt und arbeitet seit längerem in Bente bei Hannover.

Die Ausstellung – mit neuem Katalog – ist zu sehen bis 30. Mai, am Schiffgraben 4, jeweils von 11 bis 17 Uhr.

Von Klaus Zimmer