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Kultur Romy-Schneider-Fotos im Theatermuseum in Hannover
Weltgeschehen Kultur Romy-Schneider-Fotos im Theatermuseum in Hannover
16:46 24.02.2015
Die Ausstellung „Romy Schneider“ im Theatermuseum in Hannover mit Bildern des - Fotografen Robert Lebeck zeigt vom bis zum 10. Mai unterschiedliche Bilder des Filmidols. Quelle: Ole Spata
Hannover

Mit Romy Schneider hat es das hannoversche Theatermuseum ganz besonders – jetzt ist hier bereits die vierte Ausstellung über die Schauspielerin angelaufen. Völlig in Ordnung so, denn keine Schau glich bislang der anderen, und jede zeigte Facetten jenseits der gängigen Klischees.

Diesmal sind Aufnahmen von vier Fotografen zu sehen. Roger Fritz hat die junge Romy 1961 im Paris unter anderem mit Alain Delon abgelichtet. Ebenfalls in der französischen Hauptstadt fing Werner Bokelberg die Schauspielerin Mitte bis Ende der 60er Jahre bei einer charmanten Gratwanderung zwischen Verspieltheit und Mondänität ein. Peter Brüchmann wiederum war 1968 beim Burda-Filmball und fotografierte die Diva im Umfeld von Glanz und Gloria.

Die eindringlichste Strecke stammt von Robert Lebeck, zu dem Romy Schneider offenbar ein spezielles Vertrauensverhältnis hatte. Die früheste Aufnahme ist auf 1959 datiert, die spätesten sind 1981 entstanden, ein Jahr vor dem Tod der Schauspielerin. Deren Zitat „Ihr entziffert mich nicht“ bekommt der Besucher zum Auftakt des Ausstellungsrundgangs zu Gesicht, und Lebecks Fotos belegen diese Aussage trefflich: Spricht aus manchen Bildern hemmungslose Heiterkeit, wird in anderen tiefer Schmerz deutlich – dann ist vom putzigen „Sissi“-Image, das der Darstellerin so zuwider war, nichts übrig geblieben.

Zeitungsausschnitte unterstreichen den Wandel: „Nur Limonade – und um 9 ins Bett“, wird da anfangs Romys Lebensführung beschrieben, während später die „Wilde Schlägerei um Romy Schneider“ zur Schlagzeile wird. Auch lohnt ein Blick ins Mini-Kino des Museums, wo Hans-Jürgen Syberbergs TV-Dokumentation „Romy – Portrait eines Gesichts“ von 1966 läuft.

Überhaupt sollte man für einen Besuch Zeit mitbringen, zumal das Museum zwei Begleitausstellungen zeigt. Diesmal Graphiken von Schauspieler Armin Mueller-Stahl: Wie das Multitalent Goethe, sich selbst oder Woody Allen darstellt, ist gekonnt, manchmal brillant. Schließlich geht es um Erich Maria Remarques Antikriegs-Roman „Im Westen nichts Neues“, mit Materialien zur Entstehung und Modellen, Videos und anderen Exponaten zur theatralen Umsetzung. Anhand von drei aktuellen Inszenierungen: in Hannover, Göttingen und – genau! – Celle.

Alle Ausstellungen laufen bis zum 10. Mai. Dienstag bis Freitag 14 bis 19.30 Uhr, Sonntag von 14 bis 19.30 Uhr.

Von Jörg Worat