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Kultur Schauspieler Samuel Finzi beweist in Hannover seine Vielseitigkeit
Weltgeschehen Kultur Schauspieler Samuel Finzi beweist in Hannover seine Vielseitigkeit
21:04 18.03.2018
Schauspieler Samuel Finzi verkörpert den kleinen Beamten Poprischtschin. Quelle: Britta Pedersen
Hannover

Die Produktion des Deutschen Theaters Berlin ist zehn Jahre alt, wirkt aber, so viel vorab, frisch wie eh und je. Die zunehmende Umnachtung des kleinen Beamten Poprischtschin stemmt Finzi mit sichtlich ungebremster Lust und beweist einmal mehr seine Vielseitigkeit. Der Darsteller ist ja gleichsam allgegenwärtig: Im Fernsehen kennt man ihn unter anderem aus dem „Tatort“ und als Titelfigur der Serie „Flemming“, sein jüngster Kino-Streich ist „Hot Dog“, wo Finzi neben Til Schweiger und Matthias Schweighöfer spielt. Und auch im hannoverschen Theater-Repertoire ist er aktuell zugange, wirkt in „Macht und Widerstand“ mit.

Und nun zeigt er uns, wie ein Mensch ohne Selbstwertgefühl zerbrechen kann. Niemand nimmt Poprischtschin so richtig ernst, sein Aufgabengebiet scheint kaum über das Anspitzen von Stiften hinauszugehen. So ergeht er sich in Phantastereien, schwärmt von der für ihn völlig unerreichbaren Tochter des Chefs. Das mag man noch als Marotte hinnehmen, Poprischtschins Behauptung aber, die Hunde würden mit menschlicher Zunge sprechen, gibt schon mehr zu denken. Und als er sich schließlich zum spanischen König ernennt, sind auch die letzten Lichter in seinem Verstand erloschen – sein Thron wird ein Stuhl in der Irrenanstalt.

Außer diesem Sitzmöbel hat Finzi nur noch ein Requisit zur Verfügung: einen Stapel Holzlatten. Die schiebt er anfangs noch sorgsam zurecht, später schleudert er sie quer über die Bühne, und auch der Versuch, ein Muster aus ihnen zu bilden, bringt nicht wirklich festen Boden unter den Füßen.

Der Darsteller wird zuweilen laut, springt gegen Ende heftig gegen den Eisernen Vorhang, hält aber stets die Balance. Finzi weiß ganz genau, dass es einfach nur langweilig wäre, 70 Minuten lang einen tobenden Verrückten zu spielen, und dosiert so geschickt, dass die Gefühle gegenüber Poprischtschin ständig wechseln: Mal hat man Mitleid, mal ist man abgestoßen, und mal – die Grenze ist eben so schmal – wirkt das Geschehen auch schrecklich komisch.

Stürmischer Beifall im ausverkauften Haus, manche Besucher hält es nicht mehr auf ihren Sitzen. Verständlich: ein toller Abend – und eben mehr als reine Routine.

Von Jörg Worat

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