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Kultur Spezielle Spielart der dokumentarischen Fotografie
Weltgeschehen Kultur Spezielle Spielart der dokumentarischen Fotografie
12:15 24.04.2018
In der Ausstellung „Right here, right now“ werden in der Galerie für Fotografie in Hannover Werke von Maziar Moradi gezeigt. Quelle: Maziar Moradi (3)
Hannover

Das dürfte im Sinne des Urhebers sein, der eine spezielle Spielart der dokumentarischen Fotografie verfolgt: Maziar Moradi hat sich mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen beschäftigt, die in Hannover leben. Seine Bilder sind oft inszeniert, und wenngleich die Einheimischen Orte wie den Maschsee, die Mehrkampfanlage beim Fußballstadion oder die buddhistische Pagode wiedererkennen können, geht es Moradi um eine tiefergehende Ebene.

Gern rückt der Fotograf, der selbst in Berlin lebt und aus Teheran stammt, Objekte in den Fokus, die mannigfache Interpretationen zulassen. Was hat es etwa mit der Schüssel Reis auf sich, die vor einem Mann auf dem Tisch steht? Weshalb ist hinter einem Pärchen mitten auf der Straße ein Stuhl platziert? Erklärt wird vor Ort nur eines dieser Bilder: Der Mann mit dem eingenähten Stethoskop im Mantel ist ein syrischer Arzt, der sich hier eine neue Existenz aufbauen will.

Moradis Bilder können im Extremfall verstören, vor allem einige von denjenigen auf der Galerie. Diese sind nicht in Hannover entstanden und zeigen schon mal eine Frau mit entblößtem Unterleib in einer garstigen Szenerie inklusive Stacheldraht.

Einträge im Gästebuch verraten, dass manche Besucher sich mangels Beschilderung etwas verloren fühlen. Ihnen könnte es helfen, im Begleitheft zu blättern, das für einen Euro erhältlich ist. Auch dort gibt es zwar nur bedingt unmittelbare Erläuterungen, aber die abgedruckten Geschichten vermitteln einen Eindruck davon, was Moradi interessiert. Da ist die Hannoveranerin, die ihren Lebensgefährten auf einer karibischen Insel kennengelernt und nach der Rückkehr erst durch die Begeisterung dieses gebürtigen New Yorkers erfahren hat, wie liebenswert ihre Heimatstadt sein kann. Und der Jude Monty Ott beschreibt, wie seine Angewohnheit, die Kippa offen zu tragen, zu einem berührenden Gespräch mit einem muslimischen Jungen geführt hat.

Von Jörg Worat

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