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Kultur Sprengel Museum zeigt Ausstellung zum 90. Geburtstag von Asmus Petersen
Weltgeschehen Kultur Sprengel Museum zeigt Ausstellung zum 90. Geburtstag von Asmus Petersen
16:13 04.05.2018
Asmus Petersen – Das Nachtgefecht bei Kap Esperance, 11. 10. 1942, 22.35 – 12. 10., 02. 48: Die Japaner in ungünstiger Position und diesmal nachts nicht überlegen. Quelle: Asmus Petersen
Hannover

Denn Petersen hat ein unbehagliches Thema in den Mittelpunkt gestellt: Seeschlachten des 1. und 2. Weltkriegs. Die er allerdings nicht in naturalistischen Monumentalgemälden darstellt, sondern in Diagrammen: Mal geschwungene und mal gezackte Linien sind da in unterschiedlichen Farbgestaltungen zu sehen, erinnern an abstrakte Graphiken. Und erzeugen damit womöglich um so größere Wirkung.

Zumal Petersen, der auch schriftstellerisch tätig ist, gern Zitate aus Original-Funksprüchen in seine Bilder einbaut, vorwiegend solche mit verfremdendem Anstrich: „Ach, machen Sie, was Sie wollen!“, schnauzte etwa Kapitän Lindemann von der „Bismarck“ am 27.5.1941 seinen Turbinenoffizier nach einem Torpedotreffer an – das entspricht kaum dem gängigen Bild von militärischer Disziplin.

Der studierte Wirtschaftswissenschaftler Petersen, der im 2. Weltkrieg als Luftwaffenhelfer dienen musste, präsentiert aber auch eine andere Werkgruppe: Sie kreist um Zeilen aus literarischen Werken: „dein goldenes Haar Margarete dein aschenes Haar Sulamith“ steht da etwa – die Worte sind Paul Celans erschütternder „Todesfuge“ entnommen und werden hier mit dem japanischen Schriftzeichen für „Trauer“ kombiniert.

Celan hatte bei seiner Lyrik den Holocaust im Sinn, und Petersen nähert sich diesem Thema auf seine Weise: Die fragwürdigen Worte „Wir sind wieder wer“ erscheinen auf einer Acrylglasplatte und sind bei entsprechendem Licht sogar von außen sichtbar, da die Ausstellung in der so genannten Einblickshalle des Museums stattfindet. Beim Nähertreten aber erweist sich, dass dahinter eine zweite Platte angebracht ist, die Namen von 15 Konzentrationslagern enthält, alphabetisch geordnet von Auschwitz bis Treblinka.

Schließlich hängt eine große Fahne mit der Aufschrift „Ich liebe Dich!“ an der Stirnwand. Sie wirkt ramponiert, was kein Wunder ist, denn das Banner war lange Zeit vor der Herrenhäuser Wasserkunst angebracht – in diesem malerischen Gebäude hatte Petersen über Jahrzehnte sein Atelier. Das Wetter hat der Fahne natürlich zugesetzt, was durchaus symbolische Bedeutung hat: Muss wahre Liebe nicht manchen Kampf überstehen?

Von Jörg Worat

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