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Kultur Stiftung Ahlers Pro Arte zeigt Werke von August Macke
Weltgeschehen Kultur Stiftung Ahlers Pro Arte zeigt Werke von August Macke
11:02 14.05.2014
August Macke, - Frau eine Blumenschale tragend, 1910 Quelle: Stiftung Ahlers pro Arte
Hannover

Zum Todesjahr des Künstlers bietet die Stiftung Ahlers Pro Arte/Kestner Pro Arte mit rund 6o Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen, erstmals aus der Kunstsammlung des Mülheimer Chemikers und Nobelpreisträgers Karl Ziegler (1898-1973), eine Schau, die dem Betrachter Einblicke in die „Werkstatt“ des Künstlers bietet.

Für den „ungeduldigen“ August Macke gab es nur das Leben für die Kunst: Barsch brach er die Schule ab, beendete das Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie, wie auch den Unterricht bei Lovis Corinth. Die Bilder lassen seine Auseinandersetzung mit dem Kubismus, Futurismus nachvollziehen, vor allem aber sein Interesse an Matisse und Robert Delaunáys Malerei der Simultankontraste, Kontraste auf großen fast einheitlichen Flächen, aber trotz Abstrahierung klare Objekte, wie etwa auch die unfertig scheinenden, gesichtslosen Figuren – vielleicht eine Metapher ihres Verlorenseins im Strudel der Zeit?

Die wenigen Jahre, die Macke blieben, erscheinen, betrachtet man die Bilder, wie ein Zeitraffer. Sie sprechen uns an mit einer Lebendigkeit, als wären sie gerade entstanden. Was für Bilder soll man nennen? Es ist eine so vielschichtige Ausstellung, eine großartige Palette, eigentlich ein „Tagebuch“, das uns anspricht. Wie etwa das Aquarell „Schaufenster“, 1913, mit dem kristallinen Aufbau der Flächen, das Gemälde „Staudacherhaus in Tegernsee“, 1910, in seiner kräftigen Pinselspur, oder dagegen, in Öl der „Akt, liegend“, 1912, in groß gesehener Flächigkeit, und beeindruckend, auf der Leinwand, „Frau, eine Blumenschale tragend“, 1910, ein Werk, das in seiner wunderbaren Harmonie alles Positive des Menschen Macke widerspiegelt. So könnte man zu jedem Bild, auch die unbekannten, genialen Zeichnungen, Worte finden. Nein, man muss das „Gespräch“ vor den Werken suchen.

August Macke und Paul Klee zeichneten und aquarellierten dann 1914 gemeinsam in Tunesien, setzten etliche Arbeiten zu Hause in Ölbilder um. August Macke malte in Bonn zwei Versionen des „Türkischen Cafés“, letzte Bilder, in denen er mit großartigen Farbklängen die Atmosphäre der afrikanischen Sonne eingefangen hat. Das letzte Bild, „Abschied“ 1914, (nicht in der Ausstellung) blieb unvollendet. Am 26. September 1914 ist der Künstler in einem Gefecht südlich von Perthes-les-Hurlus gefallen.

Die Ausstellung in der Stiftung Ahlers pro Arte, Warmbüchenstraße 16, in Hannover ist noch zu sehen bis zum 3. August, Freitag bis Sonntag 12 bis 17 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter ☏ (0511) 519497-41.

Von Klaus Zimmer